Verlag: Kachelmann-Buch wird weiter verkauft

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Die Anwälte der Ex-Freundin von Jörg Kachelmann wollen gegen die weitere Veröffentlichung des Buches vorgehen.

München - Das umstrittene Abrechnungs-Buch „Recht und Gerechtigkeit“ von Wettermoderator Jörg Kachelmann wird entgegen anderer Berichte vorerst weiter verkauft.

Das Verwirrspiel um Jörg Kachelmann geht in eine neue Runde: Sein umstrittenes Abrechnungs-Buch „Recht und Gerechtigkeit“ lag am Donnerstag vorerst weiter in den Regalen des Buchhandels. Entgegen anderer Berichte liege ihnen noch keine einstweilige Verfügung der Ex-Geliebten gegen die Veröffentlichung des Wettermoderators vor, teilte der Heyne Verlag am Donnerstagvormittag in München mit. Die Nachfrage im Handel seit Wochenbeginn sei erfreulich - am (morgigen) Freitag will sich Kachelmann erneut ins Blitzlichtgewitter stellen und sein Werk auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren.

Die Rechtsanwälte von Kachelmanns ehemaliger Geliebten Claudia D., die Kanzlei Zipper & Collegen, hatten am Mittwoch nach eigenen Angaben Erfolg vor dem Landgericht Mannheim. Laut dem Beschluss der 3. Zivilkammer darf das Buch, das auch von Kachelmanns Ehefrau Miriam mit verfasst wurde, nicht mehr im Handel verkauft werden, sofern Claudia D. mit vollem Namen genannt werde. Die Kammer sah das Persönlichkeitsrecht der Frau verletzt und setzte bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fest. Die Kanzlei ging davon aus, dass die Verfügung noch am Donnerstag beim Verlag eintreffen werde.

Urteil im Fall Kachelmann: Die Stationen des Prozesses

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Nach Angaben des Heyne Verlags erfolgte die Namensnennung aber „nach reiflicher Abwägung und sorgfältiger rechtlicher Überprüfung“. Die Frau, die Kachelmann Vergewaltigung vorwarf, habe ihre Anonymität im Juni 2011 mit einem Interview in der Zeitschrift „Bunte“ preisgegeben. Auch das Landgericht Mannheim habe den vollen Namen in einer Pressemitteilung genannt. Damit sei Claudia D. juristisch zu einer relativen Person der Zeitgeschichte geworden und müsse dulden, dass ihr Name im Zusammenhang mit dem Fall genannt wird. Gegen den Beschluss kann der Verlag Beschwerde einlegen.

Der spektakuläre Gerichtsprozess gegen Kachelmann hatte im vergangenen Jahr wochenlang für Wirbel gesorgt. Vom Vorwurf der Vergewaltigung sprach ihn das Mannheimer Landgericht am 31. Mai 2011 aus Mangel an Beweisen frei. Kachelmann, Claudia D. und die Anwälte hatten sich rund um die Hauptverhandlung im vergangenen Jahr eine Schlammschlacht in den Medien geliefert - einer der Höhepunkte war das Interview von Claudia D.

Ungeachtet des jüngsten Rummels will Kachelmann das von ihm und seiner Ehefrau Miriam verfasste Buch am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen. Das bestätigte eine Sprecherin des Verlages am Donnerstag.

dapd

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