Alles Leugnen half nichts

Mann erschießt Ehefrau mit Schrotflinte

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Der 74-Jährige wurde verhaftet.

Bielefeld -  Kein Selbstmord, kein großer Unbekannter - im Bielefelder Schrotflinten-Prozess muss der 74 Jahre alte Angeklagte ins Gefängnis, weil er seine 25 Jahre jüngere Frau erschossen hat.

Das Bielefelder Landgericht hat einen 74-Jährigen aus Westfalen zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er seine Frau mit einer Schrotflinte erschossen hat. Der Mann, der die Tat leugnet, sei des Totschlags schuldig, hieß es am Donnerstag in der Urteilsbegründung. Ein klares Motiv sei nicht zu ermitteln gewesen, räumte Richter Wolfgang Korte am Donnerstag ein. Ein Selbstmord, wie ihn der Angeklagte ins Spiel gebracht hatte, oder gar ein großer Unbekannter als Täter, seien auszuschließen. Die Verteidigung kündigte Revision an. (Az.: 1Ks 446 Js 181/13 - 24/13)

In dem Indizienprozess hatte die Anklage elf Jahre Haft wegen Totschlags gefordert, die Verteidigung Freispruch. Der angeklagte Günter O. hatte von einem Selbstmord seiner 25 Jahre jüngeren Ehefrau gesprochen. Sie war am 16. April beim Zeitungsaustragen verschwunden. Die Leiche wurde zehn Tage später im Wald gefunden. Der Kopf war von einem Schuss in den Mund weitgehend zerstört. Der Körper lag auf dem Rücken, die Arme ordentlich an der Hosennaht. Auf der Leiche lag eine nicht registrierte Schrotflinte. Das Gewehr sei ein Hauptpunkt in der Indizienkette gewesen, sagte der Richter. Günter O. habe der Polizei nichts von der fehlenden Waffe gesagt, die 40 Jahre unter seinem Bett gelegen habe, sagte der Richter.

Beide erwachsenen Kinder hatten ausgesagt, sie hätten unmittelbar nach dem Verschwinden der Mutter entdeckt, dass dieses Gewehr fehlte. Der Vater habe sie aber gebeten, der Polizei nichts davon zu sagen. Das bestritt der Angeklagte hartnäckig.

dpa

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