...in den barocken Schlosspark des 17. Jahrhunderts einzureiten und sich dem Château de Versailles zu Pferde zu nähern - mit dem Sattelblick auf den Palast der Superlative.
Und im nahe gelegenen Tal von Chevreuse bedarf es noch mehr Vorstellungskraft beim Gedanken, dass die Millionenstadt Paris weniger als eine Autostunde entfernt ist. Stundenlang reitet die Gruppe tief in den Wald hinein. Nicht eine Menschenseele zeigt sich an diesem Tag. Nur die aus dem Boden geschossenen Pilze scheinen Pferd und Reiter überrascht anzusehen.
Und dann stiefeln die Reiter durch ein Renaissance-Schloss, um in der Gegenwart anzukommen: Château de Chamarande beherbergt Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Größer könnten die Gegensätze von alter und neuer Kunst kaum sein. Doch die Reiter kennen dieses Gefühl des „nicht in die Epoche passen“ in gewisser Weise. Wenn sie mit den Pferden große Straßen überqueren, an Ampeln auf Grün warten oder ein Flugzeug über ihren Kopf hinweg donnert, wirkt es manchmal, als hätte man sich im Jahrhundert geirrt.
Am Ende der Reise zu Pferde durch die Ile-de-France erreichen die Reiter das Schloss Vaux-le-Vicomte, auch das „kleine Versailles“ genannt, weil es Vorbild für das eigentliche Schloss Versailles war. „Vier Jahre habe ich für die Genehmigung gebraucht, um in diesen Schlosspark einreiten zu dürfen“, erklärt Rittführer Pierrot ein bisschen stolz, als er seine Gruppe durch den ältesten Barockgarten Frankreichs leitet.
Die Gestaltung von Garten und Schloss ist so außergewöhnlich, dass Ludwig XIV. bei einem Besuch tief beeindruckt, dieselben Gartenarchitekten, Baumeister und Maler mit der Schaffung von Versailles beauftragte. So schließt sich der Kreis der Geschichte und auch des Rittes. Als die Reiter am Abend das Schloss im Schein von 2000 Kerzen erkunden, schlafen die Pferde längst und träumen von barocker Üppigkeit.
Von Daniela David, dpa
DIE REISE-INFOS ZU ILE-DE-FRANCE
ANREISE: Start der beschrieben Tour ist entweder in Versailles oder in Saint-Rémy-lès-Chevreuse. Beide Orte sind von Paris aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
REITTOUR: Der beschriebene Ritt durchquert die Départements Yvelines, Essonne und Seine-et-Marne. Es gibt ihn auch in umgekehrter Richtung. Ein Begleitfahrzeug transportiert das Gepäck. Die Reiter übernachten in kleinen Hotels oder privaten Gästezimmern. Teilnehmer sollten die drei Gangarten im Sattel beherrschen und körperlich fit sein. Der Wanderrittanbieter bei dem beschriebenen Beispiel ist Ferme equestre les abrons.
MEHR INFO: Atout France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, E-Mail: info.de@franceguide.com.


© Daniela David/dpa/tmnDie Reitergruppe passiert das Schloss von Versailles.
© Daniela David/dpa/tmnDer Forêt de Rambouillet ist ein Stück Natur - und dabei gerade einmal 60 Kilometer von Paris entfernt.
© Daniela David/dpa/tmnPause für Pferde und Reiter: Mittags gibt es für Mensch und Tier eine Stärkung.
© Daniela David/dpa/tmnAbbaye des Vaux de Cernay



