Reiseredakteur Volker Pfau war auf der griechischen Insel, hat das einfache Leben kennengelernt und natürlich auch die Kreta-Diät ausprobiert.
Joannis und Fanni kehrten zurück und begannen mit dem einfachen Leben. „Unsere Gäste müssen nicht auf modernen Standard verzichten“, betont der spätberufene Hotelier. Die Apartments haben Klimaanlagen, Fernseher, Kühlschrank, Zentralheizung, im Aufenthaltsraum gibt’s Internetanschluss und im Pool können sich die Urlauber erfrischen. Aber deswegen kommen die Gäste nicht. Sie suchen das einfache Leben, die Ursprünglichkeit, das Authentische.
Hier gilt das Motto „man darf, muss aber nicht“. Gäste können an geführten Wanderungen teilnehmen, einen Kochkurs belegen, beim Brotbacken oder Käse machen zur Hand gehen, im Herbst bei der Weinlese helfen und erleben, wie gekeltert und dann aus dem Trester der hochprozentige Raki destilliert wird. Oder sie bleiben einfach auf der weiltläufigen Anlage und genießen den Tag.
Was aber hat es nun auf sich mit dieser vielgepriesenen Ernährungsform? Wer anders als Dimitris Kalaitzidakis könnte uns das erklären. Der nicht ganz leichtgewichtige Direktor des Grecotel Creta Palace begleitet uns zur Agreco-Farm beim kleinen Ort Adele und zeigt uns dort, wie früher Getreide gedroschen und gemahlen, Oliven gepresst, Honig gewonnen und Brot gebacken wurde. Die vor zehn Jahren gegründete Anlage ist quasi ein aktives Bauernhofmuseum, denn es werden hier auch Obst und Gemüse nach biologischen Richtlinien angebaut, die sowohl den Besuchern vor Ort in der Taverne kredenzt werden, als auch den Gästen in den Grecotels an der nur wenige Kilometer entfernten Küste.
„Esst!, Esst!“, fordert Dimitris Kalaitzidakis immer wieder auf, und wenn seine Gäste seiner Meinung nach zu wenig von den köstlichen Speisen auf ihrem Teller haben, legt er höchstpersönlich nach. Die Einwände bezüglich der viel zu üppig genossenen Kalorienzahl kontert er mit Philosophie: „Man darf nicht immer nur an die Sünden denken, die man begeht, sondern muss auch an die schönen Dinge denken, die man womöglich nicht genießt.“ Er selbst hat das Agreco-Menü zusammengestellt, das auf der Farm serviert wird.
Das pädagogische Prinzip, die Authentizität und natürlich die opulenten Genüsse kommen an bei den Urlaubern in den Grecotels. Viele nutzen das Angebot, als Gäste einen kostenlosen Tagesausflug auf die von Rethymnon nur rund zehn Autominuten entfernte Farm machen zu können. „Wir gewinnen mit unserer Bio-Farm keine neuen Kunden“, schätzt der Hoteldirektor die Situation realistisch ein, „aber sie macht aus Kunden Stammkunden.“ So einfach kann das sein mit dem einfachen Leben.
REISE-INFOS ZU KRETA
REISEZIEL Die größte griechische Insel und die fünftgrößte Insel im Mittelmeer hat eine Fläche von rund 8200 Quadratkilometern und etwa 600 000 Einwohner.
ANREISE Während der Sommersaison fliegen mehrere Gesellschaften an unterschiedlichen Wochentagen von München nach Heraklion. Preisbeispiel: TUIfly ab 79 Euro einfache Strecke.
MIETWAGEN Ein Auto der Kategorie A (z.B. Chevrolet Matiz) kostet bei TUI Cars pro Tag ab 28 Euro, pro Woche ab 196 Euro (inkl. Steuern, Vollkasko, alle Kilometer).
WOHNEN Eine Woche im Grecotel Creta Palace (fünf Sterne) kostet bei TUI mit Flug ab/bis München und Halbpension ab 777 Euro pro Person (im DZ, Reisetermine ab 20. April). Info und Buchung im Reisebüro. Eine Woche in der Villa Enagron kostet bei Attika Reisen mit Flug ab/bis München und Frühstück bei Buchung bis 31. März ab 715 Euro pro Person (im DZ, Reisetermine ab 15. April). Info und Buchung unter der Gratis-Hotline 08 00/ 167 18 00 oder im Internet unter www.attika.de.
SEHENSWERT KNOSSOS Das Dorf westlich von Heraklion war in minoischer Zeit die Hauptstadt. Heute können die bis zu 5000 Jahre alten Ruinen besichtigt werden. Eintritt: 6 Euro.
SPINALONGA Von 1903 bis 1954 lebten auf der kleinen Felsinsel, auf der bis 1715 Venezianer eine Festung hielten, Leprakranke aus ganz Griechenland. Boote fahren von Elounda, Kalidon und Plaka.
AGIA GALINI Der beschauliche Fischerort an der Südküste hat sich trotz Tourismus seinen Charme bewahren können.
FESTOS Neben den Ausgrabungen von Knossos ist der minoische Palast auf Messara-Ebene der bedeutendste archäologische Fundort der Insel. Hier wurde nur das Nötigste restauriert. Eintritt: 4 Euro.
REISEZEIT Im Juli und August kann es deutlich über 30 Grad heiß werden. Im Frühsommer und Herbst sind die Temperaturen erträglicher, im Dezember und Januar gibt es die meisten Regentage.
INFO Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Pacellistr. 5, 80333 München, Tel. 089/22 20 35, E-mail: info-muenchen@gzf-eot.de.


© IWP PressExperte für Kreta-Diät: Dimitris Kalaitzidakis ist Direktor des Grecotel Creta Palace und exzellenter Kenner der Kreta-Diät. Hier zeigt er auf der Agreco-Farm, wie gefüllte Zucchiniblüten hergestellt werden.
© IWP PressErst Cola-Manager, jetzt Hotelier: Joannis Papadakis.



