Italien: Cagliari auf Sardinien  

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    • 14.05.12
    • Italien
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Stille Tage in Cagliari

Cagliari, die stolze Hauptstadt Sardiniens kommt ohne den Rummel der Costa Smeralda aus. Von hier lassen die Sarden den Blick Richtung Afrika schweifen.

© dpa/Fototeca Enit/Sandro Bedessi

Die stolze Hauptstadt Sardiniens: Cagliari

Nein, es ist nicht die Costa Smeralda, der Tummelplatz der Reichen und Schönen. Die stolze Hauptstadt Sardiniens kommt ohne touristischen Firlefanz aus, ruht in sich selbst - und lässt Stein mit Sonne und Meer verschmelzen. Östlich und westlich von Cagliari bieten sich traumhafte Sandstrände. Dort und vor allem auch im Landesinneren punktet die Insel mit kulturhistorischen Juwelen der Bronzezeit.

© dpaSardiniens geheimnisvolle Seiten: Östlich von Cagliari stehen Nuraghen-Türme.

An Sardiniens Südküste gelegen ist Cagliari mit seinem weiten Golf und der Vorahnung auf Afrika beim Blick über das Meer also ein guter Standort: Ausgangspunkt für einige Erkundungstage jenseits von Baderummel und der Jagd nach dem Kellner, der einen überteuerten Cappuccino bringt. Eher stille Tage in der Inselhauptstadt mit ihren knapp 160.000 Einwohnern, wo das Leben echt zu sein scheint, der Alltagsbewältigung gewidmet und nicht dem Glamour.

Cagliari: Das sind diese langen Arkaden mit den Cafés und Bars der Via Roma an der Hafenfront. Das ist der weite Blick von der höher gelegenen Bastione San Remy über die Stadt, ihre neun Kalksteinhügel und das Meer. Das ist das Castello-Viertel als Wahrzeichen dieses sardischen Tores zur Welt, von den Phöniziern gegründet.

© dpa/Hanns-Jochen KaffsackFisch, Käse, Wein, frittierte Kürbisblüten, Schnecken, Krabben, winzig kleine Tintenfische und nicht zuletzt Gemüse prägen die Küche von Cagliari.

In Cagliari siedelten sich in der historisch bewegten Zeit des Mittelmeerraumes viele an - Punier, Römer, Wandalen, Byzantiner, Pisaner und Aragonesen. Das atmet die Stadt noch immer. Wenn beim Sonnenuntergang die Tanker am Horizont vorbeigleiten und die riesigen Palmen Schatten werfen, kommt aber ein Gefühl der Geborgenheit im Heute auf. Das dürfte mit dem gedrosselten Lebenstempo der Insulaner zusammenhängen.

Ja, diese freundlichen Sarden, fast scheu, wenn man sagt, man komme aus Germania. Immer bereit, bei einem Espresso zu erklären, warum hier jeder seines Glückes Schmied sein möchte - oder muss. Um dann dem kulinarisch interessierten Besuch vom Festland klar zu machen, was er wissen muss: Die Küche Cagliaris heißt Fisch, die Küche Sardiniens Fleisch. So einfach ist das und auch logisch.

Von da an wird es aber auch schon schwierig. Oder vielmehr aufregend: Dieses vielfältige Angebot an Fisch in der Pescheria, an Käse, Wein und sonstigen Spezialitäten in der „Bottega dei Sapori“. „Cucina tipica sarda“ lautet das Zauberwort, wenn sich im Restaurant die Vorspeisen ungefragt auf dem Tisch nur so türmen: Frittierte Kürbisblüten, Schnecken, Krabben, winzig kleine Tintenfische.

Die Stimme des Wirts hallt im Gewölbe seines Restaurants, wenn er dem Gast rasch die sardischen Käse-Spezialitäten erklärt. Der Pecorino von Osilo, der ebenso wohlklingende wie wohlschmeckende Bauernkäse Fiori Sardo dei Pastori und der Casizolu munden. Nur: Wer Frankreich kennt, vermisst auch hier die ganz große Käsevielfalt.

Vor der Heimfahrt kauft sich der Besucher noch rasch etwas Safran ein. Dazu gibt es Vermentino-Weißwein, ein wenig Olivenöl. So nimmt man ein Stück Insel aufs Festland mit. Für das Herz und den Gaumen.

Von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa

DIE REISE-INFOS ZU SARDINIEN

REISEZIEL: Sardinien ist mit 24:080 Quadratkilometern nach Sizilien die zweitgrößte Mittelmeer-Insel. Sie ist 270 Kilometer lang und 190 Kilometer breit und bietet 849 Kilometer meist sandige Küsten.

ANREISE: Die Anreise erfolgt entweder per Fähre vom italienischen Festland aus oder per Direktflug aus Deutschland.

BESTE REISEZEIT: Am schönsten ist auf Sardinien der Früh- oder Spätsommer. Dann hat der Sommertrubel noch nicht eingesetzt oder ist schon vorbei, und die Temperaturen sind im Vergleich zu Juli und August angenehm.

RUMKOMMEN:Wegen der Größe Sardiniens ist (sofern man den Pkw nicht selbst auf der Fähre mitbringt) ein Mietauto empfehlenswert. Die Buchung von Deutschland aus ist billiger. Die durchwegs tadellosen Straßen (mautfrei) sind in der Vor- und Nachsaison so gut wie leer. Eine Schnellstraße verbindet die Inselhauptstadt Cagliari mit Olbia im Norden.

MEHR INFOS: Italienische Zentrale für Tourismus ENIT, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt, (Tel.: 069/237434, E-Mail: frankfurt@enit.it).

Sardinien: Tipps für eine Trauminsel

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