Motto „Liebe gegen Rechts“

Christopher Street Day lockt tausende Besucher

+
Demonstration zum Christopher Street Day. Weitere Motive in der Bildergalerie.

Frankfurt - Tausende Teilnehmer und Zuschauer feiern am Samstag den Christopher Street Day in Frankfurt. Die aktuellen Ereignisse von Orlando sowie in der Türkei und in Nizza sorgen für eine ernstere Stimmung als sonst.

Bei freundlichem Wetter und Sonnenschein haben Tausende Menschen am Samstag in Frankfurt friedlich den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. An einem bunten Demonstrationszug durch die Innenstadt beteiligten sich unter dem Motto "Liebe gegen Rechts" bis zu 1500 Teilnehmer, wie ein Polizeisprecher sagte. Entlang der Route vom Römerberg bis zur Konstablerwache hätten sich außerdem bis zu 8000 Zuschauer eingefunden. CSD-Sprecher Joachim Letschert berichtete angesichts des Anschlags im französischen Nizza und des Putschversuchs in der Türkei von einer ernsteren Stimmung. "Uns hat aber natürlich auch das, was vor einigen Wochen in Orlando passiert ist, sehr betroffen gemacht", sagte er. Dort hatte im Juni ein Schütze in einem Nachtclub für Schwule und Lesben 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Am Freitagabend habe es an der Konstablerwache eine Gedenkminute für die Opfer gegeben, berichtete Letschert weiter.

Auch mehrere Politiker nahmen am CSD teil, darunter der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt. Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel bezeichnete in einer Mitteilung das Benennen und Brandmarken von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung als "eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe aller demokratischen Parteien". Am Abend fand an der Konstablerwache die inzwischen traditionelle Schweigeminute statt für all diejenigen, die nicht mehr dabei sein können. Mit Reden, Gedichten, Musik und Luftballons soll auch auf die Ängste und das Stigma hingewiesen werden, mit denen Menschen mit AIDS und HIV häufig leben müssen.

Schrill und bunt: Bilder zum CSD 2016 in Frankfurt

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare