Özdemir warnt vor islamischem Verband

Argwohn gegenüber Ditib

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Cem Özdemir.

Offenbach - Neue Zweifel an dem Partner des Kultusministeriums in Wiesbaden beim Islamunterricht an hessischen Grundschulen: Grünen-Chef Cem Özdemir warnt davor, mit der „Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion“ (Ditib) Verträge über islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen zu schließen.

„In Wirklichkeit handelt es sich um politische Organisationen“, sagte Özdemir im Deutschlandfunk. Ditib sei „direkt Ankara unterstellt“ und werde zentralistisch geleitet. „Und am Ende dieser Kette steht Staatspräsident Erdogan. “ Philipp Bender, Sprecher des hessischen Kultusministeriums, verweist darauf, dass Kooperationspartner für den islamischen Religionsunterricht der Ditib Landesverband Hessen ist – und nicht der Ditib-Bundesverband mit Sitz in Köln sowie Ahmadiyya Muslim Jamaat. Der religiöse Dachverband mit Sitz in Frankfurt habe sich bislang als „verlässliche Partner bewährt“. Bender räumt allerdings ein: „Ditib-Hessen steht vor allem über Ditib-Köln mit der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet in Verbindung. Nach der Überzeugung der Landesregierung ist Ditib-Hessen aber im Hinblick auf den Religionsunterricht, an dem die Gemeinschaft mitwirkt, in hinreichendem Maße unabhängig von Diyanet.“

Aktuelle Entwicklungen werden laut Bender auch durch das Kultusministerium in Wiesbaden beobachtet. So findet beispielsweise alle zwei Wochen ein Gespräch auf Fachebene zwischen den beiden Religionsgemeinschaften und dem Ministerium statt, in dem neben schulfachlichen und organisatorischen Aspekten auch aktuelle Entwicklungen und Themen besprochen werden. Der Ministeriumssprecher: „Bis zum heutigen Tag sind uns aber keine Entwicklungen bekannt geworden, die uns an der Einschätzung zu Ditib-Hessen zweifeln lassen und Einfluss auf den islamischen Religionsunterricht haben.“

Ditib ist der größte islamische Verband in Deutschland. Laut Selbstdarstellung gehören ihm im gesamten Bundesgebiet rund 900 Moscheegemeinden an. psh 

Quelle: op-online.de

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