Gefeiert und Alkohol sowie Ecstasy konsumiert

Arzt wegen Tod von Ex-Freundin vor Gericht

Gießen - Der angeklagte Mediziner soll mit der Frau zusammen gefeiert und Drogen genommen haben. Dann geriet sie in Lebensgefahr. Doch der Arzt soll nicht den Notruf gewählt haben - aus Scham.

Ein 34 Jahre alter Arzt muss sich seit Dienstag wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Freundin vor dem Landgericht Gießen verantworten. Der Mediziner soll im Sommer 2015 der Frau, mit der er zuvor gefeiert und Alkohol sowie Ecstasy konsumiert hat, nicht ausreichend geholfen haben, als diese in einen lebensgefährlichen Zustand geriet. Der Vorwurf: Anstatt einen Notarzt zu rufen, habe er in seiner Wohnung lediglich erste Hilfe geleistet - aus Scham davor, einem Kollegen zu begegnen. Der Angeklagte arbeitete zur Tatzeit in einem Gießener Krankenhaus. Da sich die 37-Jährige mehrfach übergab, das Bewusstsein verlor und hohes Fieber bekam, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er den Ernst der Lage erkannt hatte. Der Angeklagte wählte auch dann nicht den Notruf, als er sich versehentlich aus seiner Wohnung ausschloss - er hatte im Keller Schmerzmittel für die Kranke holen wollen. Der Mann rief nur den Schlüsseldienst, der die Tür entriegelte. In der Zwischenzeit starb die Frau auf der Wohnzimmercouch.

Für die Staatsanwaltschaft ist klar, dass eine Überdosis der Droge zum Tod der 37-Jährigen führte. Auch wenn die Frau starb - der Mann muss sich nur wegen versuchten Mordes verantworten. Denn es sei nicht erwiesen, dass die Frau überlebt hätte, wenn der Angeklagte sofort den Notarzt gerufen hätte. Zu Prozessbeginn machte der Arzt noch keine Angaben zur Sache. Er berichtete dem Gericht von einer langjährigen Drogen- und Medikamentenabhängigkeit. "Es ist fürchterlich einfach, als Arzt an diese Dinge ranzukommen", sagte er. Er räumte zudem ein, die Ecstasy-Pillen gekauft zu haben. Das Urteil wird im Juli erwartet.

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dpa

Quelle: op-online.de

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