Hakenkreuz auf dem Hintern

Urteil im Prozess wegen Zwangs-Tätowierung erwartet

Bensheim - In einem Prozess wegen angeblicher Zwangs-Tätowierungen wird vor dem Amtsgericht Bensheim heute ein Urteil erwartet.  

Zunächst wird noch mit einer Einlassung des 25 Jahre alten Angeklagten gerechnet, auch die Plädoyers stehen noch aus. Der Mann hatte zum Auftakt Ende April bestritten, seiner damaligen Lebensgefährtin zwischen Juni 2013 und Februar 2014 gegen ihren Willen Tattoos gestochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die junge Frau mit Tätowierungen an den Fingern "körperlich misshandelt und gesundheitlich geschädigt" zu haben. Bei dem Opfer hätten sich Hautstellen "großflächig entzündet". Seine damalige Lebensgefährtin sei einverstanden gewesen und habe ihre Hände niemals weggezogen, sagte der 25-Jährige zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht.

Der Angeklagte, der Tätowierungen an Hals, Händen und am glatt rasierten Hinterkopf trägt, sagte, er habe seine damalige Lebensgefährtin als 17-Jährige kennengelernt. Der Gymnasiastin habe es imponiert, dass er damals unter Neonazis im Odenwald eine leitende Funktion gehabt habe. Sie habe sich freiwillig ein Hakenkreuz auf den Hintern tätowieren lassen. Der Mann hatte eingeräumt, unter Neonazis im Odenwald eine leitende Funktion gehabt zu haben. Inzwischen habe er sich mit Hilfe des Aussteigerprogramms "Ikarus" von diesem Gedankengut losgesagt.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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