Hoffnung auf Neuanfang bestimmt Feier in Limburg

„Jetzt habt ihr mich“ – Bischof Bätzing im Amt

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Kardinal Rainer Maria Woelki (Mitte hinten), Erzbischof von Köln, setzt Georg Bätzing die Mitra auf bei dessen Bischofsweihe und Amtseinführung im Limburger Dom.

Limburg - Im Limburger Dom erreicht der feierliche Gottesdienst seinen Höhepunkt, als der soeben zum Bischof geweihte Georg Bätzing sich auf den steinernen Bischofsstuhl im Chorgestühl der Kathedrale setzt.

Mit dieser symbolischen Handlung übernimmt der 55-Jährige gestern offiziell die Leitung des Bistums - zweieinhalb Jahre, nachdem sein Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst diesen Platz räumen musste. Schon lange vor dem Gottesdienst finden sich auf dem Limburger Domberg die ersten Gäste und Gläubigen ein, um die besondere Liturgie zu verfolgen. Trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen nutzen Hunderte die Möglichkeit, den Gottesdienst in der Kirche oder auf Bildschirmen davor zu verfolgen. Insgesamt hatte das Bistum etwa 2000 Gäste und Gläubige geladen. Mit dabei ist auch Dietmar Hejl aus dem rheinland-pfälzischen Niederfischbach (Kreis Altenkirchen), der Heimatgemeinde von Bätzing. „Ich wünsche dem neuen Bischof, dass er ein gutes Händchen hat und mit Hilfe Gottes seinem Dienst und seinen Aufgaben nachgehen kann“, sagt Hejl. „Und dass er es schafft, die Menschen zu erreichen.“ Aus Niederfischbach stammt auch Josef Alzer, der mit einem von drei Bussen aus der Pfarrei nach Limburg gereist ist. Er wünsche dem neuen Bischof, dass er in Limburg gut ankomme, sagt er.

Glockenläuten kündigt den Beginn des Gottesdienstes an. Der Limburger Dom ist an diesem Tag mit zahlreichen Blumen geschmückt; Chormitglieder stehen in langen weißen Gewändern unter dem großen Steinbogen. Es ist still. Alle Augen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche sind auf Kardinal Rainer Maria Woelki gerichtet, der die Weiheliturgie leitet.

Georg Bätzing, der neue Bischof von Limburg.

Nach der Predigt des Kölner Erzbischofs und nach Bätzings Treueversprechen beginnen die Weihehandlungen. Dazu gehört, dass Woelki und alle anderen anwesenden Bischöfe Bätzing die Hand auflegen. Zudem wird Bätzing das Evangelienbuch über den Kopf gehalten - eine symbolische Handlung. Denn zu den Aufgaben eines Bischofs gehört, das Evangelium zu verkünden. Nach Abschluss der Weihehandlungen bekommt der 13. Limburger Bischof seine Insignien: Neben der Kopfbedeckung Mitra sind das Ring und Stab. Als Bätzing dann mit einem Lächeln auf dem Bischofsstuhl Platz nimmt, brandet Applaus auf. Die ersten Worte des neuen Oberhirten an seine Gemeinde: „Liebe Limburger Diözesane“, sagt er. „Da bin ich, jetzt habt ihr mich.“

Bilder: Tebartz-Nachfolger stellt sich Limburg vor

Darauf haben die Katholiken im Bistum Limburg, das in Hessen und Rheinland-Pfalz liegt, seit Ende März 2014 warten müssen. Damals war Bätzings Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst vom Limburger Bischofsstuhl abberufen worden. Die Gründe dafür waren ein heftiger Streit um seine Amtsführung und die Kostenexplosion beim Bau des neuen Bischofssitzes. Nun aber will das Bistum gemeinsam mit Bätzing nach vorne schauen. „Ich erwarte, dass der neue Bischof das Bistum wieder zusammenführt und die Spannungen der Vergangenheit beendet“, sagt Bernd Reimann aus dem Westerwald. Erst einmal wird aber gefeiert: Beim „Fest der Begegnung“, zu dem das Bistum nach dem Gottesdienst eingeladen hat. (dpa)

Quelle: op-online.de

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