Besonders Darmstadt ist gewitterarm

In Hessen blitzt es selten

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Blitze in Hessen sind eher ein seltener Anblick.

Hessen - Blitze sehen am Himmel oft phänomenal aus, können am Boden aber gefährlich sein. Besonders häufig sind sie an Gebirgszügen. In Hessen ist die Chance auf Blitzschläge dagegen relativ gering.

Darmstadt ist unter den Städten und Kreisen in Hessen die Region mit den wenigsten Blitzen. Im vergangenen Jahr gingen dort rechnerisch nur etwa 0,5 Blitze pro Quadratkilometer nieder, wie aus dem heute vorgestellten Blitz-Atlas von Siemens hervorgeht. Auch bundesweit ist Darmstadt damit unter den 20 blitzärmsten Kreisen. Hessen liegt insgesamt im unteren Mittelfeld. Das Land kommt mit einer Dichte von 1,2 auf Rang zehn der 16 Länder, wie Siemens mitteilte. An der Spitze liegt Sachsen mit mehr als 2,3 Blitzen, die Kontakt mit der Erdoberfläche oder Gebäuden hatten. Ganz hinten liegt das Saarland, dort waren es statistisch gesehen nicht einmal 0,7 Blitze pro Quadratkilometer. Bundesweit zählte Siemens im vergangenen Jahr 549.784 Blitze. Das sind vergleichsweise wenige: Im Spitzenjahr 2007 wurden mit 1,14 Millionen mehr als doppelt so viele Blitze registriert.

 "Im Jahr 2015 gab es in Deutschland auffallend wenige Gewitter", sagte Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes. Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärte, dass Gewitterlagen mit Blitzen zufällig auftreten. "Die Atmosphäre ist ein chaotisches System und hat kein Gedächtnis", sagte er. Die zahlreichen Unwetter Ende Mai und Anfang Juni in diesem Jahr bedeuteten also nicht, dass es für den Rest des Jahres vergleichsweise ruhig bleibe. Friedrich geht allerdings davon aus, dass 2016 ein Rekordjahr wird.

Im Langzeitvergleich gibt es in südlichen Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg besonders viele Blitzeinschläge, während es in Schleswig-Holstein eher weniger sind. "Die Gebirge helfen. Wenn dort Luft aufsteigt, bilden sich Gewitter", sagte Friedrich vom DWD. Außerdem gebe es im Süden häufiger feuchte Luft, während im Norden eher trockene Luft aus Skandinavien ankomme. Blitz-Hauptstadt 2015 war mit 4,5 Einschlägen pro Quadratkilometer die bayerische Stadt Schweinfurt, erklärte Siemens. Dahinter folgten der Erzgebirgskreis und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die geringste Blitzdichte verzeichneten Kiel und der Landkreis Plön in Schleswig-Holstein.

Siemens ortet über Messstationen im ganzen Land die Einschläge bis auf 200 Meter genau. Das elektromagnetische Signal kommt an unterschiedlichen Messpunkten zu unterschiedlichen Zeiten an. Aus der Differenzzeit kann der Ort des Treffers berechnet werden. dpa

Quelle: op-online.de

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