„Schwarzer Tag für Europa“

Brexit-Entscheidung schockiert Politik in Hessen

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Wiesbaden/Frankfurt - Schockiert haben Politiker aus Hessen auf das Brexit-Votum in Großbritannien reagiert.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sprach bei Twitter von einem "schwarzen Tag für Europa". SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel schrieb dort heute von einem Desaster und einem "schwarzen Tag für Großbritannien und Europa". Dies komme davon, wenn mit Stimmungsmache regiert werde. Das Votum bedeute zugleich das Aus für die Fusionspläne der Deutschen mit der Londoner Börse, schrieb Schäfer-Gümbel. Dies sei die Möglichkeit, die Finanzmärkte zu kontrollieren. Zudem müsse die Chance genutzt werden, Europa zu einer Wirtschaft- und Sozialunion zu machen und Arbeitslosigkeit und Ungleichheit zu bekämpfen.

Grünen-Chef Kai Klose zitierte bei Twitter Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), der gesagt habe, dass die "bösen Geister der Vergangenheit" in Europa nicht auf alle Zeit gebannt seien - und verlinkte auf den Twitter-Account von Nigel Farage, Chef der EU-feindlichen Partei Ukip. Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) schrieb, das "Schiff Europa" müsse wieder flott gemacht werden, dann würden auch wieder viele Menschen mitfahren wollen. Ein starkes Europa sei notwendig.

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Derweil verfolgen die Deutsche Börse in Frankfurt und die London Stock Exchange (LSE) ihren Fusionsplan trotz des beschlossenen EU-Austritts Großbritanniens weiter. "Wir halten unverändert an den vereinbarten Bedingungen für den Zusammenschluss fest", erklärten die beiden Unternehmen. Die Börsenbetreiber wollen ein Gemeinschaftsunternehmen mit rechtlichem Sitz in London schmieden. Das operative Geschäft soll wie bisher von den beiden Zentralen in Eschborn bei Frankfurt sowie London gesteuert werden.

Briten stimmen für Austritt aus der EU

Am Finanzplatz Frankfurt gibt es erhebliche Kritik daran, dass die Holding der neuen europäischen Superbörse in der britischen Hauptstadt angesiedelt werden soll. Auch die hessische Börsenaufsicht, die der Fusion neben etlichen anderen Aufsichtsbehörden noch zustimmen muss, hatte Zweifel geäußert, ob der Sitz in London genehmigungsfähig ist. Die Entscheidung für den Brexit dürfte die Kritiker eher noch bestärken. Deutsche-Börse-Aufsichtsratchef Joachim Faber erklärte hingegen, das Votum der Briten mache es nun sogar noch wichtiger, die Bindungen zwischen beiden Seiten zu stärken.

Quelle: op-online.de

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