Landratswahl: Spitzenleute lehnen ab

CDU-Kandidat ist noch längst nicht in Sicht

Main-Kinzig-Kreis - Die CDU Main-Kinzig geht bei der Kandidatensuche für die Landratswahl im Januar 2017 neue Wege: Bis Ende Juli sollen die Vorsitzenden der Stadt- und Ortsverbände Personalvorschläge einreichen. Von Andreas Ziegert

„Eventuell gibt es ja in deren Reihen Personen, die bislang noch nicht so in Erscheinung getreten, aber dennoch geeignet für diese Position sind“, sagt der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Michael Reul. Die CDU-Spitze hofft, dass auf diese Weise eine Liste mit mehreren Kandidaten entsteht, die sich dann eventuell auf einem Parteitag vorstellen könnten. Allerdings weiß auch Reul: „Eine solche Kandidatur ist nicht einfach.“ Gerade für Berufstätige sei es eine enorme Belastung, parallel zum Job einen Wahlkampf zu führen. Und dennoch hofft die CDU, unter den zirka 2 300 Mitgliedern im Main-Kinzig-Kreis jemanden zu finden, der sich dieser Aufgabe stellt.

„Wenn es für den Dezernenten-Posten einen passenden Kandidaten aus dem Main-Kinzig-Kreis gegeben hätte, hätten wir das da natürlich auch schon gemacht“, sagt Reul, nachdem die Präsentation des Frankfurters Ulf Homeyer für die Position des Kreisbeigeordneten für den Fall einer großen Koalition mit der SPD parteiintern für Kritik gesorgt hatte. Homeyer hat nach dem Nicht-Zustandekommen der „GroKO“ seine Ambitionen inzwischen eingestellt.

Nach der Absage der eigenen Spitzenkräfte hinsichtlich einer Landratskandidatur muss die CDU Main-Kinzig nun auf einen Überraschungskandidaten hoffen. Dass nochmals versucht werden solle, die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert aus Bruchköbel zu einer Kandidatur zu überreden, bezeichnete Reul als Gerücht. Leikert hatte eindeutig erklärt, nicht zur Verfügung zu stehen. Sie will genauso wie Dr. Peter Tauber wieder für die CDU Main-Kinzig in den Bundestag einziehen. Auch die Landtagsabgeordneten Reul und Heiko Kasseckert standen für den Dezernentenposten, der der Wegbereiter für die Landratskandidatur hätte werden können, nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für den CDU-Kreisvorsitzenden Johannes Heger.

Nominiert werden soll der der CDU-Kandidat auf einem Parteitag im Oktober. Die SPD hat sich mit dem Gelnhäuser Bürgermeister Thorsten Stolz bereits positioniert und damit den Wahlkampf quasi schon gestartet. Der CDU bliebe bis zu einer möglichen Wahl am 15. Januar 2017 deutlich weniger Zeit. „Ich weiß nicht, ob dieser Termin so klug ist“, wäre Reul eine Wahl im März deutlich lieber. Aufgrund der Weihnachtsfeiertage und Ferien müsste der Wahlkampf dann fast schon Mitte Dezember beendet sein. Endgültig festgelegt wird der Termin auf der nächsten Kreistagssitzung am 30. September.

Quelle: op-online.de

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