Hessen und seine Nachbarn wollen nachbessern

Einbrecherjagd über Landesgrenzen hinweg

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Wiesbaden - Einbrecherbanden sind länderübergreifend auf Beutezug. Daher dürfen auch die Ermittlungen der Polizei nicht an den Grenzen Halt machen. Hessen und seine Nachbarn wollen nun nachbessern.

Im Kampf gegen Serieneinbrecher will sich Hessen künftig enger mit seinen Nachbarländern abstimmen. Dazu soll auf der Innenministerkonferenz vom 15. bis 17. Juni im Saarland eine neue Vereinbarung unterzeichnet werden. Bayern und Baden-Württemberg arbeiten bereits seit vergangenem Jahr nach diesen Vorgaben zusammen. Neben Hessen soll nun auch Rheinland-Pfalz mit ins Boot geholt werden. "Die Länderkooperation hat zum Ziel, durch einen optimierten Informationsaustausch länderübergreifende Serien frühzeitig erkennen zu können", teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden mit. Mit dem neuen Abkommen soll es künftig beispielsweise einfacher werden, gemeinsame Ermittlergruppen einzurichten. Wesentliches Ziel sei es, die Hintermänner der Banden aufzuspüren. "Nur so kann es gelingen, Wohnungseinbrüche nachhaltig zu bekämpfen", erklärte Beuth.

Im vergangenen Jahr stieg der polizeilichen Kriminalstatistik zufolge in Hessen die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf rund 11 600 Fälle. Hoffnungen setzen die Fahnder auf den "täterorientierte Verfolgungsansatz". Dabei werden laut Innenministerium Ermittlungen zu allen Delikten, die einem Täter oder einer Gruppe zugeordnet werden können, zusammengeführt. Dies soll künftig über die Grenzen der Kooperationsländer hinweg geschehen. Dazu gehören auch länderübergreifende Kontrollen mit den Mitteln der Schleierfahndung. Diese erlaubt es, auch ohne konkrete Gefahr die Personalien von Menschen auf Straßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln festzustellen. Zusätzliche Stellen sind in Hessen für die Kooperationsarbeit nicht vorgesehen. Die Aufgaben der jeweiligen Ermittler würden ja nicht erweitert, sondern die Arbeit werde effektiver, teilte das Ministerium mit.

dpa

Quelle: op-online.de

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