„Die Sensationslust ist ungebrochen“

Einsatzkräfte hoffen auf strengere Gesetze gegen Gaffer

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Einen Unfall auf der A5 betrachten etliche Schaulustige von einer Brücke aus.

Wiesbaden - Im Kampf gegen unbelehrbare Schaulustige hoffen hessische Einsatzkräfte auf strengere Gesetze. Eine entsprechende Initiative im Bundesrat wird von Polizei, Feuerwehr und Rettern durchweg begrüßt.

Die Sensationsgier ufere immer mehr aus, warnte der hessische Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Grün. An Einsatzorten filmten Gaffer regelmäßig so penetrant, dass sie Helfer behinderten und die persönlichen Rechte der Opfer verletzten. Erst vor wenigen Tagen schnappte die Polizei zwei Männer, die im Juli bei einem Unfall auf der Autobahn 60 bei Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) gefilmt haben sollen, wie ein Mann in seinem Lastwagen verbrannte. Einer von ihnen stellte sich selbst den Ermittlern, nachdem die Behörden ein Foto der beiden Handyfilmer im Internet veröffentlicht hatten. Die Polizei ermittelt jetzt.

Neu ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden soll laut Bundesrats-Vorschlag: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes behindert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft." Auch der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, Harald Popp, resümierte: "Die Sensationslust ist ungebrochen." Er hofft, dass schärfere Gesetze die Schaulustigen zum Umdenken bringen. (dpa)

Etliche Menschen gaffen bei einem Unfall auf der A5

Bilder: Schwerer Unfall auf A5

Quelle: op-online.de

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