Nachbarn über die Familie

Eltern sollen Tochter getötet haben: „Ganz normale Leute“

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In diesem Wohnblock im Darmstädter Stadtteil Kranichstein ist die junge Frau vermutlich ermordet worden.

Darmstadt - Ein Klotz von Wohnblock. Im zwölften Stock wohnen laut Nachbarn die Eltern, die die eigene 19-jährige Tochter im Streit über den Bräutigam getötet haben sollen. Von Joachim Baier

Ein Mann beschreibt die Verdächtigten als äußerst korrekt: „Das hätte ich denen nie zugetraut.“ Die Polizei hatte Vater, Mutter sowie Onkel und Tante des Opfers festgenommen. Die Wohnung ist in Kranichstein, einem Stadtteil von Darmstadt, der zwar nicht einen durchweg schlechten Ruf hat, einen durchweg guten aber auch nicht. Vor dem Wohnblock steht ein silbernes Auto mit syrischem Kennzeichen. Eine Nachbarin sagt, sie sei Türkin und ein Mann will seinen Namen nicht nennen, er sei vorbestraft. Allein in dem Wohnblock ganz rechts gibt es 36 Klingelknöpfe, unter den ebenso vielen Briefkästen stehen leere Bierkästen.

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Die Nachbarn, die etwas erzählen, sind sich einig: Eine nette Familie. „Das sind ganz normale Leute, da kann man nichts sagen“, meint ein Mann, als er im Treppenhaus steht. Als er das sagt, kommen gerade zwei Polizeibeamte in Zivil. Er erkennt sie wieder und erinnert sich: Als die Polizei bei der Festnahme den Keller durchsucht habe, habe er erst geglaubt, dort sei eingebrochen worden. An ein Verbrechen habe er nicht gedacht.

Auch ein Nachbar mit Hund ist fassungslos über den gewaltsamen Tod der 19-Jährigen. „Die Tochter hatte ich noch auf dem Arm gehabt.“ Die Familie habe er schon kennengelernt, als sie in Darmstadt noch woanders gewohnt habe. „Der Vater war ruhig, ist im Anzug rumgelaufen, mit Schlips“, erzählt er. „Die Mutter war immer im Schleier, der lange Rock ging bis auf die Erde.“ Die Getötete habe Kopftuch getragen. „Kein Alkohol, keine Drogen.“

Zehn Auto-Minuten von der Wohnung entfernt ist die Leiche der 19-Jährigen entdeckt worden. Auf dem Parkplatz, wo die Tote an einer Böschung lag, erinnert kaum mehr etwas an das Verbrechen. Nur am Eingang gibt es noch Reste des Flatterbandes, mit dem abgesperrt war. Der Parkplatz liegt etwas außerhalb von Darmstadt. Er grenzt an eine beliebte Naherholung, mit Café, Restaurant und Biergarten. Der Blick fällt auf einen Teich, wo im Sommer Paddelboote geliehen werden können, daneben liegt ein großer Kinderspielplatz. Zu dieser Jahreszeit wirkt aber alles ruhig und verlassen. Der Restaurant-Besitzer sagt gleich: „Ich habe nichts gesehen oder gehört.“ (dpa)

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Quelle: op-online.de

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