Schüsse im Herzen Frankfurts

Staatsanwaltschaft: „Streit zwischen Rockern“

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Ein Mann schoss ohne Vorwarnung und verletzte zwei Männer schwer.

Frankfurt - Eine Nacht nach der Schießerei in der Frankfurter Innenstadt mit zwei Schwerverletzten fahndet die Polizei weiter mit Hochdruck nach den Tätern.

Wie ein Sprecher heute Morgen mitteilte, handelt es sich bei den Opfern der gestrigen Schießerei im Herzen Frankfurts um einen 20- und einen 41-jährigen Mann. Trotz zum Teil schwerer Verletzungen befänden sich beide Männer außer Lebensgefahr. Ein oder mehrere Täter hatten gestern Nachmittag in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone auf dem Friedrich-Stoltze-Platz in der Nähe der zentralen Hauptwache auf ein Mercedes-Geländewagen geschossen, aus dem zwei Männer stiegen. Die Bars und Cafés im Herzen Frankfurts waren wegen des guten Wetters gut gefüllt. Rivalität zwischen verschiedenen Gruppen der Hells Angels wird als Hintergrund der Auseinandersetzung vermutet. „Wir gehen davon aus, dass es ein Streit zwischen Rockern war“, sagte Nadia Niesen, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Nach dem oder den Schützen und nach der Tatwaffe werde gesucht. Es habe mehrere Durchsuchungen gegeben, sagte Niesen. Einzelheiten nannte sie nicht. Schon vor knapp zwei Jahren hatten Schüsse unter Hells-Angels-Mitgliedern am Rand des Frankfurter Bahnhofsviertels für Aufsehen gesorgt.

Der beschossene Mercedes-Geländewagen mit Gelnhausener Kennzeichen trägt im Kennzeichen die Ziffern „1881“ - beliebt bei Mitgliedern der Hells-Angels. In Buchstaben umgewandelt (1 = A, 8 = H), stehen sie für die Kombination „AHHA“ (HA = Hells Angels). Außer dem auffälligen Kennzeichen sprechen auch am Tatort zurückgebliebene Motorräder für einen Rockerbezug. Einen terroristischen Anschlag schlossen die Ermittler dagegen weitgehend aus.

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Rolle von Rockergruppen in der Organisierten Kriminalität

Der oder die Schützen müssen vor der voll besetzten Bar „Helium“ auf den Wagen gewartet haben: Ein Schütze sei direkt auf das Auto zugegangen und habe geschossen, sagte Niesen. Einer der Männer, die aus dem Auto stiegen, habe ebenfalls eine Waffe gezogen, sei aber nicht mehr zum Schuss gekommen, sondern vorher getroffen zusammengebrochen. Laut Zeugen sollen anschließend etwa zehn Schüsse gefallen sein. Die Waffe ließ er fallen, sie wurde sichergestellt. In der Windschutzscheibe des Autos waren mehrere Schusslöcher zu sehen. Kleidungsstücke wurden von der Spurensicherung untersucht. Ein Helm sowie eine Waffe wurden von den Ermittlern sichergestellt. Auch ein schwarzes Motorrad nahmen die Ermittler auf einem Lastwagen mit, um es genauer zu untersuchen. Wie viele Menschen in dem Mercedes saßen, ist ebenso noch unklar wie die Zahl der Schützen. Nach den Tätern wurde eine landesweite Fahndung eingeleitet. Es gab bereits mehrere Durchsuchungen. Einzelheiten nannte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft heute nicht. Die „Bild“ konkretisiert, dass es zu einer Durchsuchung eines bekannten Rocker-Treffs im Frankfurter Stadtteil Seckbach gekommen sei.

dpa/dani

Quelle: op-online.de

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