Festnahmen nach Tod eines Mannes

Leiche in Gelnhausen: Fünf Männer unter Verdacht

Gelnhausen - Dramatische Wende nach dem Leichenfund am Donnerstag auf dem Gelände einer Schule in Gelnhausen: Die Polizei hat fünf junge Männer vorläufig festgenommen Gegen sie wird wegen gemeinschaftlichem Raub mit Todesfolge ermittelt. Von Andreas Ziegert

Zunächst sah es wie ein Unfall aus: Ein Toter wurde an der Kreisrealschule in Gelnhausen entdeckt. Doch nun sind fünf junge Männer festgenommen worden, zwei von ihnen wurden am Wochenende der Haftrichterin vorgeführt, die Staatsanwaltschaft Hanau hat wegen Fluchtgefahr Untersuchungshaft beantragt. Alle fünf sollen in der Nacht zum Donnerstag dem 27-jährigen Opfer zunächst Drogen verabreicht haben, um ihn dann auszurauben. Dass er dabei zu Tode kam, war vermutlich nicht eingeplant.

Der Mann aus dem Gelnhäuser Stadtteil Roth war am Donnerstag gegen 6.20 Uhr leblos von einer Passantin auf dem Gelände der Kreisrealschule entdeckt worden, ein Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Der 27-Jährige lag tot auf einem Rasenstück, direkte Fremdeinwirkungen mit einem Messer oder einer Schusswaffe waren von den Ermittlern nach einer ersten Begutachtung ausgeschlossen worden. Zunächst war daher ein Unfall in Erwägung gezogen worden, auch ein Erfrieren in der kalten Aprilnacht wurde nicht ausgeschlossen.

Jetzt soll mit einer Obduktion die Todesursache geklärt werden. Kurz nach der Entdeckung des Toten bekam die Polizei erste Hinweise auf die fünf Festgenommenen, es folgten Hausdurchsuchungen im Bereich Wächtersbach und in der Gemeinde Jossgrund. Laut Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze machten alle fünf bei ihren Vernehmungen umfangreiche Angaben, die das Tatgeschehen abgemildert darstellen, aber dennoch als Geständnisse gewertet werden könnten. Demnach hat das spätere Opfer auf Geheiß der fünf Tatverdächtigen die synthetische Droge „Spice“ geraucht, die ihm in der Absicht verabreicht wurde, ihn anschließend auszurauben. Der 27-Jährige, der stark alkoholisiert gewesen sein soll, brach auf dem Gelände der Kreisrealschule zusammen, was offenbar auch die jungen Männer überraschte. Beim Auffinden durch Polizei und Rettungsdienst befand er sich in einer Art stabilen Seitenlage, dafür hatten anscheinend die Tatverdächtigen gesorgt.

Der Zustand des Gelnhäusers hielt die Männer aber offenbar nicht davon ab, ihn auszurauben. Staatsanwalt Heinze bestätigte auf Nachfrage, dass ein Teil der persönlichen Habe des Opfers fehlte, die Rede war von einem Geldbeutel und einem Handy. Noch nicht genau ermittelt wurde, wann es letztlich zu dem tödlichen Aufeinandertreffen zwischen Opfer und Tätern kam. Das zuständige Polizeipräsidium in Offenbach kommentierte den Fall gestern nicht. Die Tatverdächtigen sind im Alter von 18 bis 20 Jahren. (dpa)

Quelle: op-online.de

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