Es schwimmen nicht mal halb so viele Gäste wie im Vorjahr

Freibäder in Hessen bleiben leer

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Frankfurt/Hanau/Darmstadt - Keine Sonne, keine Hitze, keine Gäste. Der Sommer hat auf sich warten lassen. Die Betreiber von Freibädern und Badeseen setzen darauf, dass die Saison noch nicht gelaufen ist. Hoffnung macht die Wettervorhersage für die nächsten Tage.

Viel Regen und keine Sommersonne: In den hessischen Freibädern ist der Besucheransturm bislang ausgeblieben. Die Bäder hoffen nun auf die Ferienzeit und den Hochsommer, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. "Wir haben schon Besucher, die regelmäßig auch bei schlechtem Wetter kommen", sagt Rolf Klinge, der Fachdienstleiter der städtischen Bäder in Marburg. Doch bislang seien erst etwa ein Drittel der Besucher des vergangenen Jahres da gewesen. Wobei 2015 auch ein guter Sommer gewesen sei. Damals kamen von der Freibaderöffnung bis Mitte Juli knapp 24.000 Menschen, in dieser Saison sind es erst 8.300. "Wir hoffen jetzt auf die Sommerferien und besseres Wetter in der Zeit."

In Hanau hat die Bäder GmbH bislang deutlich weniger Besucher registriert als im Vorjahreszeitraum. In diesem Jahr kamen erst 138.000 Gäste in das Heinrich-Fischer- und das Lindenau-Bad. Im Vorjahr waren es 175.000 Besucher. Im Einzelnen verzeichnete das größere Heinrich-Fischer-Bad bis zum 11. Juli 26 Prozent weniger Gäste und das Lindenau-Bad 17 Prozent weniger. "Sicherlich witterungsbedingt", sagt Joachim Haas-Feldmann von der städtischen Pressestelle. Beide Einrichtungen sind keine reinen Freibäder, sondern verfügen auch über Schwimmhallen. Doch in Hanau haben sie die Hoffnung auf eine gute Freibadsaison noch nicht aufgegeben. Denn auch im Vorjahr retteten erst die beiden Hochsommer-Monate Juli und August die Bilanz. "Der Topmonat im Vorjahr mit mehr als doppelt so vielen Badegästen war in beiden Bädern der August. Und der kommt ja noch", sagt Haas-Feldmann.

Auch in Darmstadt sind die Besucherzahlen in den vier städtischen Freibädern im vergangenen Monat wegen schlechten Wetters in den Keller gegangen - auf fast die Hälfte. Nach Angaben der Stadt wurden im Juni 2015 noch 109.058 Besucher gezählt, im Juni 2016 allerdings nur noch 58.508. Ähnliches Bild in Fulda: "Witterungsbedingt verläuft die diesjährige Freibadsaison im Freibad Rosenau nicht zufriedenstellend", berichtet Matthias Schmidt von der Rhönenergie Fulda. Der Mai verlief zwar besser als im Vorjahr (2016: 19.292 Besucher, 2015: 14.282 Besucher). Doch deutliche Einbußen gab es im Juni: Nur rund 17.700 Besucher wurden registriert, während es im Mai des Vorjahres etwa 27.300 Besucher waren. In der kompletten Saison 2015 wurden 135.000 Besucher an 129 Öffnungstagen gezählt.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Von einem Abwärtstrend geht auch Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden aus. Der städtische Eigenbetrieb "mattiaqua" hat nach Angaben eines Sprechers drei Freibäder und ein Kombi-Bad aus Hallen- und Freibad. "Wenn der gute Sommer kommt, dürfte sich das Ergebnis verbessern." In Frankfurt gibt es sieben Freibäder, von denen drei beheizt sind. Die Gäste können sich darin bei 27 bis 28 Grad gut gehen lassen. "Mittelmeerqualität", sagt Frank Müller, der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt. Doch auch in der Mainmetropole gibt es ein Besucher-Minus: Bislang planschten in allen Freibädern nur 170.000 Wasserratten - im Vorjahreszeitraum waren es 400.000. "Wir haben noch die Hoffnung auf einen starken August", sagt Müller. Schon ein perfektes Sommerwochenende könnte die Zahlen stark steigen lassen. Dann seien bis zu 100.000 Besucher möglich.

Hoffnung für geplagte Bäderbetreiber und sonnenhungrige Hessen macht der Blick auf die Wettervorhersage für die nächsten Tage: Der Hochsommer gibt mit Temperaturen von bis zu 35 Grad ein Gastspiel. Der Dienstag wird sonnig und trocken, die Höchstwerte steigen auf 28 bis 32 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag mitteilte. Am Mittwoch dreht der Sommer dann richtig auf. Bei viel Sonne klettert das Thermometer auf bis zu 35 Grad. In der Nacht zum Donnerstag drohen allerdings kräftige Gewitter, die auch unwetterartig ausfallen können. Der Donnerstag wird wechselhaft, aber zumindest die Temperaturen sind mit bis zu 30 Grad weiter freibadtauglich. dpa

Quelle: op-online.de

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