Prozess am Landgericht Frankfurt

Ex-Freundin erwürgt und im Müll entsorgt: Mann gesteht

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Frankfurt - Weil er seine Ex-Freundin erwürgt und die Leiche im Hausmüll entsorgt haben soll, muss sich ab heute ein 24 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Rund ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer 22-jährigen Frau in Frankfurt hat ihr Ex-Freund gestanden, die junge Mutter erwürgt und ihre Leiche in einer Mülltonne entsorgt zu haben. Der 24-Jährige räumte die Vorwürfe zum heutigen Prozessauftakt vor dem Landgericht über seine Verteidigerin ein. Er ließ erklären, dass er die 22-Jährige im Juli 2015 in ihrer Wohnung im Frankfurter Nordend so lange gewürgt habe, bis sie im Gesicht blau angelaufen sei. Danach habe er sie in die Mülltonne vor dem Haus geworfen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor. Eine Woche nach dem Verschwinden der Frau, deren Sohn damals ein Jahr alt war, hatte die Polizei den Angeklagten festgenommen. Die Müllabfuhr hatte zu diesem Zeitpunkt die Tonne längst geleert. In einer aufsehenerregenden Suchaktion durchkämmte die Polizei zunächst ein Müllheizkraftwerk und setzte dabei Spezialkameras ein.

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Einige Wochen später wurden die Ermittler auf einer Mülldeponie in Flörsheim-Wicker (Main-Taunus-Kreis) fündig. In der Schlacke entdeckten sie Knochenreste, die der getöteten Frau zugeordnet werden konnten. Der Angeklagte widerrief nach Angaben der Ermittler das Geständnis in der U-Haft. Nach Aussagen von Nachbarn hatten der Angeklagte und das spätere Opfer oft lautstark gestritten, was auch mit dem regelmäßigen Drogenkonsum der beiden zu tun gehabt haben soll. Eine Zeugin sprach bei der Polizei von einer "On-Off-Beziehung" - wenige Monate vor der Tat löste sich die Frau schließlich von dem Angeklagten und wollte in ein Mutter-Kind-Heim übersiedeln. Das Jugendamt brachte den kleinen Sohn jedoch wegen ihres Lebenswandels in einer Pflegefamilie unter.

"Aus der Wohnungstüre roch es nach Marihuana, auch als das Kind in der Wohnung war", hatte eine Hausbewohnerin bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Die Eltern der getöteten Frau warfen dem Jugendamt später vor, nichts unternommen zu haben, obwohl die Behörde von der akuten Gefährdung des Lebens ihrer Tochter gewusst habe. Die 22-Jährige habe Angst vor ihrem Ex-Freund gehabt. Die Staatsanwaltschaft stellte ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen jedoch ein. Der Schutzauftrag der Behörde habe sich nicht auf die 22-Jährige, sondern nur auf deren Sohn bezogen, erklärte die Staatsanwaltschaft damals. Die Schwurgericht hat zunächst fünf weitere Verhandlungstage bis Ende Juli vorgesehen.

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dpa

Quelle: op-online.de

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