Mann tötet Ex-Freundin mit Stich in den Hals

Getötete Asylbewerberin: Angeklagter berichtet von Wahn

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Der 25-jährige Angeklagte soll seine Ex-Freundin im August 2015 in einem Wiesbadener Flüchtlingsheim mit einem tiefen Stich in den Hals getötet haben.

Wiesbaden - Mit tödlichen Schnittverletzungen am Hals wird im Sommer 2015 eine junge Asylbewerberin gefunden. Fremdenfeindliche Motive schließt die Polizei schnell aus, zwei Monate später wird der Ex-Freund gefasst. Im Prozess geht es darum, ob er dauerhaft in die Psychiatrie muss.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 23 Jahre alten Asylbewerberin in Wiesbaden hat der angeklagte Ex-Freund vor Gericht von seinen Wahnvorstellungen berichtet. Er höre Stimmen, die auch böse Dinge sagten, erzählte heute der 25-Jährige. Er stammt wie auch das Opfer aus Eritrea. Beide kannten sich nach seinen Worten seit Kindheitstagen und waren verlobt. Die Staatsanwaltschaft hatte vor dem Landgericht Wiesbaden beantragt, dass der Mann dauerhaft in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht wird. Der 25-Jährige soll seine Ex-Freundin im August 2015 in einem Wiesbadener Flüchtlingsheim mit einem tiefen Stich in den Hals getötet haben, nachdem sie aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war.

Laut Staatsanwaltschaft ist er wegen religiöser Wahnvorstellungen schuldunfähig. Der Angeklagte sitzt am Montag teils unbewegt auf seinem Platz, mal bricht er in lautes Wehklagen aus. Auf die ruhigen Fragen des Richters berichtet er dann doch - mit Hilfe eines Dolmetschers - von seiner Flucht, wie er in Deutschland tiefgläubig wurde und wie ein "Geist" zu ihm gekommen sei. Der 25-Jährige ist seit seiner Festnahme zwei Monate nach der Tat in der Forensik untergebracht.

Bilder: Tote in Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden

Bereits in den Jahren zuvor war der Mann psychisch auffällig gewesen, wurde vorübergehend auch in einer Klinik behandelt. Nachdem seine Verlobte nach Deutschland gekommen sei, hätten sie etwa ein Jahr zusammen gewohnt, erzählt der 25-Jährige. Zum Streit sei es gekommen, als er dagegen gewesen sei, dass sie für den Sprachkurs das Haus verlässt. Der Angeklagte war nach der Tat zunächst verschwunden und wurde schließlich in den Niederlanden gefasst. Dort hatte er sich unter falschen Personalien in einer Asylbewerberunterkunft aufgehalten.

dpa

Quelle: op-online.de

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