Nach Schüssen in Frankfurt

Polizei kontrolliert Rocker-Clubs bei großangelegter Razzia

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Ein Bild der Razzia im Januar.

Frankfurt - Gestern Abend hat die Polizei in Frankfurt mit etwa 100 Einsatzkräften eine Razzia im Bahnhofsviertel durchgeführt. Die Beamten durchsuchen unter anderem Rotlichtobjekte von Rockergruppen.

Nach den Schüssen in der vergangenen Woche mitten im Stadtzentrum von Frankfurt hat die Polizei ihre Maßnahmen offensichtlich noch einmal verschärft. Nachdem es bereits am Tatabend erste Durchsuchungen im Rockermilieu gab, rückten die Einsatzkräfte auch gestern Abend mit einem Großaufgebot im Frankfurter Bahnhofsviertel an. Die Polizei kontrollierte unter anderem Rotlichtobjekte mit Bezug zur örtlichen Rockerszene. „Die Kontrollen fanden auch vor dem Hintergrund der jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen statt“, heiß es in einer Pressemitteilung der Polizei. In den Gebäuden mit Bezug zur Rockerszene wurden diverse Waffen - darunter Pfeffersprays, Schlagstöcke, Messer sowie Axt- und Hammerstiele - sichergestellt. In drei Fällen fertigte die Polizei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Am gesamten Abend kontrollierte die Polizei 151 Personen. Kurzzeitig wurden 22 festgenommen, davon eine Person wegen Verdachts des illegalen Aufenthaltes.

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Die gestrige Razzia im Bahnhofsviertel war nicht die erste dieser Art. Bereits Anfang Januar schlugen die Einsatzkräfte innerhalb von zwei Tagen gleich zwei Mal zu. Auch damals wurden unter anderem Lokale im Bahnhofsviertel kontrolliert. Neben der Rockerszene hatten die Beamten vor allem Dealer im Visier. Man wolle „klare Kante“ zeigen, hieß es Anfang Januar in einer Erklärung. Daher wurden auch gestern ab 17.30 Uhr intensive Kontrolle von möglichen Dealern durchgeführt. Insgesamt stellte die Polizei rund 80 Gramm Marihuana und Haschisch sicher. In erster Linie diente die neuerliche Razzia aber „der Informationsgewinnung“, so die Ermittler, wegen der Schüsse in der Frankfurter Innenstadt. Bei der Tätersuche tappen die Beamten auch knapp eine Woche danach weiterhin im Dunkeln. Bei der Schießerei waren zwei 20 und 41 Jahre alte Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien schwer verletzt worden, vermutet wird eine Fehde unter Rockern der Hells Angels. Beide Männer wurden nach Auskunft der Staatsanwaltschaft noch im Krankenhaus behandelt, bewacht von der Polizei. Einer sei inzwischen vernommen worden, seine Aussage sei aber nicht ergiebig, sagte Staatsanwältin Nadia Niesen. Auch die Waffe, aus der die Schüsse abgegeben wurden, sei noch nicht gefunden.

Dass diese Auseinandersetzungen im Rockermilieu durch die Schüsse beendet wurden, ist eher unwahrscheinlich. Selbst in Dreieich zeigte die Polizei deshalb erhöhte Aufmerksamkeit. Am Sonntag kontrollierten Beamte in Offenthal ein Auto mit Rockern - die Polizei stellte Drogen und Waffen sicher. Schon vor knapp zwei Jahren hatten Schüsse unter Hells-Angels-Mitgliedern am Rande des Frankfurter Bahnhofsviertels für Aufsehen gesorgt.

Archivbilder

Bilder: Großrazzia im Bahnhofsviertel

dani

Quelle: op-online.de

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