Die Helden von Mainz

Kommentar: „Der Hahn“ wird chinesisch - oder nicht 

+
Michael Eschenauer

Dieser Versuch, sich durch einen potenten weißen Ritter auf elegante Weise eines Millionengrabs zu entledigen, birgt schon jetzt das Potenzial wahlweise zu einer Polit-Posse oder einem Skandal. Was genau schiefgelaufen ist, kann derzeit nur schwer festgestellt werden. Von Michael Eschenauer

Lesen Sie dazu auch:

Käufer des Flughafens Hahn will ausstehende Zahlung leisten

Unklar ist auch, inwieweit Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) Anteil an dem unglücklichen Verlauf der Sache hat und dadurch beschädigt wurde. Im Kreuzfeuer steht Innenminister Roger Lewentz (SPD). Der Druck auf ihn wächst stündlich. Er gab bereits zu, Fehler gemacht zu haben.  Auch wenn die Sache am Ende gut ausgehen sollte – es bleibt der Gesamteindruck eines Hühnerstalls, in den der Blitz eingeschlagen hat. Was die Peinlichkeit nicht gerade abfedert, sind Meldungen, wonach der Prüfungsauftrag der rheinländ-pfälzischen Landesregierung an die Wirtschaftsanalysten von KPMG angeblich aus Kostengründen kaum mehr umfasste als eine oberflächliche Inaugenscheinnahme des Käufers. Die Kontrolle sei, so heißt es, kaum mehr gewesen, als den Namen der Firma einmal durch „Baidu“ zu jagen. „Baidu“ ist das chinesische Gegenstück der Suchmaschine „Google“. Klar scheint außerdem, dass KPMG nur die Bonität von SYT, nicht aber das Unternehmenskonzept prüfte.

Wahrscheinlich entfährt Regierungschefin Dreyer in all dem Chaos immer noch ein Seufzer der Erleichterung. Darüber, dass all dies nicht vor den Landtagswahlen am 13. März passiert ist. Der Wähler – geschädigt durch den ebenfalls regierungsseitig verschuldeten Verlust von 500 Millionen Euro an Steuergeld beim Verkauf des Nürburgrings – hätte gnadenlos den Daumen gesenkt...

Airlines & ihre Flugbegleiterinnen

Quelle: op-online.de

Kommentare