Hessens Innenminister will beruhigen

Mehr Polizeipräsenz gegen Terrorangst

Wiesbaden - Ein Mann zündet einen Sprengsatz nahe einem Open-Air-Konzert in Ansbach und verletzt zahlreiche Menschen. Das schockiert auch die Menschen in Hessen. Die Festivals und großen Weinfeste im Land heben hervor, dass sie in puncto Sicherheit in ständigem Austausch mit der Polizei stehen.

Peter Beuth (CDU).

Nach der Bombenexplosion im fränkischen Ansbach und dem Amoklauf in München setzt die Polizei in Hessen auf eine hohe Präsenz bei Festen und Konzerten im Land. Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte heute, die Beamten suchten engen Kontakt mit den Sicherheitsdiensten vor Ort. "Wir werden die hohe Präsenz, die wir aufgefahren haben, bei den Veranstaltungen auch gewährleisten", betonte Beuth. Den hessischen Sicherheitsbehörden lägen keine Informationen vor, dass die mutmaßlichen Gewalttäter von München und Ansbach Beziehungen nach Hessen hatten. Die Polizei im Land sei weiter in hoher Alarmbereitschaft, sagte Beuth. In München hatte ein Amokläufer am Freitagabend neun Menschen und anschließend sich selbst erschossen, in Ansbach zündete am Sonntagabend ein junger Mann einen Sprengsatz. Er selbst kam dabei ums Leben, 15 Menschen wurden verletzt.Die Organisatoren von großen anstehenden oder schon laufenden Festen in Hessen betonten auf Anfrage, dass sie bereits kontinuierlich an der Sicherheit ihrer Veranstaltungen arbeiteten. Besucher müssen sich teils auf intensive Eingangskontrollen einstellen.

Das Sicherheitskonzept des Frankfurter Museumsuferfests wird jedes Jahr überarbeitet. "Wir haben die Beschallung ganz neu konzipiert", sagt der Sprecher der Tourismus und Congress GmbH, Kurt Stroscher. Mit nur einem Mikrofon könnten nun für alle Durchsagen gemacht werden. Außerdem seien mehr Ordnungskräfte im Einsatz. "Die Vorfälle der letzten Wochen und Tage beweisen leider auch, dass es den absoluten Schutz nicht geben kann", sagte Stroscher. "Die einzige Sicherheit wäre, immer zu Haus zu bleiben." Es passe nicht zum Feiern, einen Hochsicherheitstrakt zu errichten. Zum Museumsuferfest am letzten Augustwochenende kommen bis zu drei Millionen Menschen. Die künstlerische Betriebsleitung des Rheingau Musik Festivals hat sich heute getroffen, um das bestehende Sicherheitskonzept neu zu bewerten. Dabei ging es vor allem darum, die noch anstehenden Großveranstaltungen zu besprechen, sagte eine Sprecherin in Oestrich-Winkel. Dies sei unabhängig von den Geschehnissen am Wochenende geplant gewesen. Die Gäste müssten sich auf Verzögerungen beim Einlass einstellen wegen Taschen- und Personenkontrollen. Zudem werde es nicht gestattet sein, Rucksäcke oder größere Taschen mit in den Konzertsaal und auf das Veranstaltungsgelände zu nehmen. Das Klassik-Festival endet am 27. August. 

Gießen  erwartet Mitte August etwa 120.000 Besucher zum dreitägigen Stadtfest. Nach den Anschlägen in den vergangenen Tage beobachte man natürlich die Lage, heißt es bei der veranstaltenden Stadtmarketing-Gesellschaft. Änderungen am Sicherheitskonzept gebe es bislang nicht. Ein solches Konzept werde aber immer auch, wenn nötig, den aktuellen Gegebenheiten angepasst und geprüft. Wichtig sei zudem eine enge Kommunikation zwischen Polizei und allen beteiligten Ämtern. Martin Michel von Wiesbaden Marketing sagte vor Beginn der Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden, es gebe einen kontinuierlichen Dialog mit der Polizei sowie ein umfassendes und ausgereiftes Sicherheitskonzept. "Die Rheingauer Weinwoche findet statt. Die Polizei war bei uns immer schon präsent aufgrund unserer Lage nahe Rathaus und Landtag." Der Erbacher Wiesenmarkt, der noch bis 31. Juli dauert, gehört mit mehr als einer halben Million Besuchern zu den größten Volksfesten in Südhessen. Auf dem am vergangenen Samstag eröffneten Fest sind diesmal mehr Polizeikräfte unterwegs. 

Das am 10. August beginnende Open Flair Festival  im nordhessischen Eschwege passe das Sicherheitskonzept nicht weiter an, sagte Alexander Feiertag vom Veranstaltungsteam in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis): "Wir fühlen uns grundsätzlich gut vorbereitet." Es werde intensive Eingangskontrollen gehen, zudem gebe es vermehrt Streifenfahrten der Polizei und Videokontrollen. Bei dem mit 20.000 Besuchern ausverkauften Festival werden bis zum 14. August unter anderem Auftritte der Fantastischen Vier, von Limp Bizkit oder Bosse erwartet. dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare