Es regnet Bier

Highspeed-Gitarren und fliegende Becher: Bad Religion in der Batschkapp

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Ikonen: Bad Religion wissen noch, wie Punk-Rock geht.

Frankfurt - Wer Greg Graffin erstmals sieht, könnte ihn fast schon für leicht spießig halten. Gepflegte weiße Haare, Brille, ein unscheinbares schwarzes Polo-Shirt und Jeans. Von Sebastian Krämer 

Doch wenn der promovierte Evolutionsbiologe und Autor zum Mikrofon greift, kann er einen ganzen Saal in wenigen Minuten zum Tanzen und Springen bringen. So geschehen auch am Dienstagabend in der aus allen Nähten platzenden Frankfurter Batschkapp, in der der Frontman mit seiner Band Bad Religion auftrat. Seit nunmehr 37 Jahren begeistern die Punk-Rocker ihr Publikum mit einer Mischung aus rasend schnellen und gitarrenlastigen Songs, deren Texte häufig auch durchaus sozialkritisch ausfallen. Balladen oder langsamere Nummern suchte man vergebens. Auch wenn einige der Songs zunächst etwas langsamer starteten, erreichten Greg Graffin (Gesang), Brooks Wackerman (Drums), Jay Bentley (Bass, Gitarre), Brian Baker (Gitarre, Bass) und Mike Dimkich (Gitarre) in kürzester Zeit wieder das für die Band typische Highspeed-Tempo, das die rund 800 Zuschauer in Ektase versetzte.

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Mit Titeln wie „No Control“ oder „LA Is Burning“ raste die Band aus LA meist ohne Tempolimit von Song zu Song und ließ den Zuhörern keine Zeit zum Verschnaufen. Charakteristisch für die Gruppe ist ihr satter Sound, Graffins ausdrucksstarke Stimme und der stiltypische Verzicht auf Instrumentalsoli. Graffins Bitte, sich den Applaus bei dem Titel „You Are The Government“ bis zum Ende aufzusparen, wurde natürlich nicht erfüllt. Zu dynamisch und mitreißend war die Vorstellung der Punk-Rock-Ikonen. Etwas ärgerlich war nur, dass die Tonqualität gegenüber der musikalischen Qualität etwas abfiel.

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Dass bei dem Ansturm von tanzenden und mitwippenden Fans auch noch die Klimaanlage an ihre Grenzen stieß, tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Mit einem „Bierregen“, den sich die Zuschauer gegenseitig spendierten, wurde Abhilfe geschaffen. Schon nach den ersten Titeln flogen die Bierbecher durch die Luft. Kein Wunder also, dass viele der Fans nass, aber überglücklich den Heimweg antraten. Was gibt es schließlich Schöneres als einen frischen Regen mit wunderbarer Punk-Rock-Musik an einem heißen Sommerabend?

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Quelle: op-online.de

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