Großaufgebot der Polizei rund um Friedhof

Hunderte Rocker bei Beisetzung des Gießener Hells Angels-Chefs

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Zur Beisetzung des Gießener Hells-Angels-Präsident Aygün Mucuk kamen hunderte Rocker. Weitere Motive finden Sie in der Bildergalerie.

Gießen - Viel Polizei und noch mehr Rocker: Zur Beisetzung des Gießener Hells Angels-Chefs kamen mehrere hundert Menschen. Es gab keine Zwischenfälle.

Begleitet von Angehörigen und zahlreichen Rockern ist der erschossene Gießener Hells-Angels-Chef beigesetzt worden. Über 1200 Menschen kamen nach Angaben der Polizei heute zu der Beisetzung auf einem Gießener Friedhof. Aygün Mucuk wurde dort auf einem muslimischen Gräberfeld bestattet, fünf Tage nach den tödlichen Schüssen auf ihn. Gut eine Stunde vor der Beisetzung fuhren Dutzende Rocker aus dem In- und Ausland auf ihren Motorrädern vor - beäugt von zahlreichen Schaulustigen. Viele Rocker trugen Kutten mit dem Schriftzug „Hells Angels“ und dem geflügelten Totenkopf-Emblem.

Ein Großaufgebot der Polizei war rund um den Friedhof im Einsatz, zu Zwischenfällen kam es aber nicht. Man sei angesichts der zurückliegenden Ereignisse sensibilisiert gewesen, sagte ein Polizei-Sprecher. Doch es sei wie erwartet friedlich geblieben. Es habe keine Festnahmen gegeben. Bei Kontrollen seien auch keine Waffen gefunden worden. Allerdings kam es rund um den Friedhof zu Verkehrsbehinderungen.

Bilder: Beisetzung des Gießener Hells Angels-Chefs

Der 45-jährige Mucuk war vergangenen Freitag auf dem Gelände des Rocker-Clubhauses in Wettenberg bei Gießen mit mindestens 16 Kugeln getötet worden. Wer den Hells-Angels-Chef erschossen hat und warum, war auch heute weiterhin unklar. „Wir haben noch keinen Verdächtigen ermittelt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Gießen. Daher gebe es auch noch keinen Hinweis auf das Motiv. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Schwerpunkt ist natürlich das Rockermilieu, aber auch da: alle Richtungen.“

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Nach Einschätzung des Landeskriminalamts umfasst die Rockerszene in Hessen rund 700 Menschen, die vier Gruppen zugeordnet werden. Im Fokus der Ermittler stehen sie vor allem wegen Rauschgiftdelikten und kriminellen Aktivitäten im Türsteher- und Rotlichtmilieu. (dpa)

Rockerkonflikte in Hessen: Eine Chronologie in Bildern

Quelle: op-online.de

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