Lärmbelästigung in der Nacht

Irische Camper sorgen vor Abreise erneut für Polizeieinsatz

Ginsheim-Gustavsburg - Nur Müll und Fahrspuren im Schotter künden noch vom Lager der "Traveller", die mit ihrer Zusammenkunft an der Mainmündung viele Bürger beunruhigt haben. Die ungebetenen Gästen gingen ebenso plötzlich, wie sie gekommen waren.

Nach mehrtägiger Aufregung und Beschwerden von Anwohnern haben mehrere Hundert Landfahrer aus Irland ihr nicht angemeldetes Camp in Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) wieder verlassen. Am Montagmorgen zwischen 8 und 9 Uhr waren die Camper plötzlich weg, wie Polizei und Stadtverwaltung mitteilten. Zuvor hatten erneute Klagen von Anwohnern für einen nächtlichen Polizeieinsatz gesorgt. Das neue Reiseziel der Dutzenden von Wohnwagen und Reisemobilen war zunächst nicht bekannt. Zu Vermutungen, dass sie sich in Richtung Wiesbaden aufgemacht haben können, um dort an einem Gottesdienst zum katholischen Fest Mariä Himmelfahrt teilzunehmen, wollte die Polizei nichts sagen.

Laut Polizei hatten Anwohner in der Nacht zum Montag nach dem Besuch einiger Camper in umliegenden Kneipen über Lärmbelästigungen geklagt. Schon in den vergangenen Tagen war die Polizei wegen der irischen "Traveller", einer Minderheit von Landfahrern, mit einem Großaufgebot vor Ort. Bereits seit Mittwoch befanden sich Camper auf der zwischen Rhein und Main gelegenen Ochsenwiese sowie im Burgpark. Seitdem gab es Beschwerden von Anwohnern über Lärm und Müll. Auch Diebstahl und Sachbeschädigungen und Streitigkeiten mit Anwohnern wurden gemeldet. Die Polizei hatte am Wochenende deshalb ihre Kräfte dort verstärkt.

Die Stadt Ginsheim-Gustavsburg teilte mit, dass die "Traveller" inzwischen vollständig abgereist seien. Vertreter der Stadt wollten sich im Lauf des Tages auf der Ochsenwiese und im Burgpark ein Bild von der Lage, entstandenen Schäden und zurückgelassenem Müll machen. Über die Abreise der ungebetenen Besucher war man in der Stadtverwaltung "nicht traurig". Um zu verhindern, dass sich weitere "Traveller" auf der Ochsenwiese niederlassen, hatten die städtischen Behörden und die Polizei die Zufahrt sperren lassen. Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (parteilos) hatte am Sonntag zudem angeordnet, dass im kompletten Stadtgebiet von Ginsheim-Gustavsburg keinerlei Flächen für Landfahrer zur Verfügung stehen. Bei Verstößen sollte die betroffene Fläche direkt geräumt werden. Außerdem hatte die Stadt die Camper per Verfügung aufgefordert, die Fläche am Burgpark bis Mittwoch 10 Uhr zu verlassen.

Guinness-Rekord! Wohnwagen aus Lego nachgebaut

Bei den Campern handelt es sich um irische "Traveller", eine Minderheit von Landfahrern. Sie hatten sich bereits im vergangenen Jahr auf der Maaraue im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim versammelt. Mit dem alljährlich am 15. August begangenen Fest Mariä Himmelfahrt erinnern gläubige Katholiken an die Überlieferung kirchlicher Schriften zur Aufnahme von Jesu Mutter in den Himmel. In der kirchlichen Tradition verbinden sich Prozessionen, Wallfahrten zu bestimmten Orten und Kräutersegnungen mit diesem Fest. (dpa)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare