Anklage erweitert

IS-Kämpfer muss sich wegen Leichenschändung verantworten

Karlsruhe/Frankfurt - Ein 30 Jahre alter mutmaßlicher IS-Kämpfer muss sich in Frankfurt auch wegen des Verdachts eines Kriegsverbrechens vor Gericht verantworten.

Abdelkarim El B. werde vorgeworfen, als IS-Kämpfer in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo die Leiche eines Gegners geschändet zu haben, teilte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe heute mit. Damit wurde die ursprüngliche Anklage wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat erweitert. Der Prozess soll am 22. August vor dem Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) beginnen. Nach Mitteilung des Generalbundesanwalts hatte sich Abdelkarim El B., der einen deutschen Pass hat und vor seiner Ausreise nach Syrien 2013 in Frankfurt wohnte, dem IS angeschlossen. Er habe wiederholt in vorderster Reihe gekämpft. Bei Aleppo habe er im November 2013 die Leiche eines Gegners zusammen mit anderen geschändet.

Dem Toten seien Ohren und Nase abgeschnitten worden, außerdem habe die Gruppe dem Getöteten in den Kopf geschossen. Abdelkarim El B. soll die Verstümmelung mit seinem Handy gefilmt und dem Toten in das entstellte Gesicht getreten haben. Im Februar 2014 war B. in der Türkei festgenommen worden. Nach seiner Freilassung 2015 reiste er nach Deutschland zurück. Seit seiner Festnahme im Februar 2015 sitzt er in Untersuchungshaft. Ursprünglich hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage vor dem Landgericht wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erhoben. Später wurde auch der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung erhoben, damit fällt der Fall in die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts.

dpa

Quelle: op-online.de

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