Hessen und seine Nachbarn arbeiten zusammen

Jagd nach Einbrechern über Landesgrenzen hinweg

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Wiesbaden - Im Kampf gegen Serieneinbrecher will sich Hessen künftig enger mit seinen Nachbarländern abstimmen. Dazu soll auf der Innenministerkonferenz von Mittwoch bis Freitag im Saarland eine neue Vereinbarung unterzeichnet werden.

Bayern und Baden-Württemberg arbeiten bereits seit vergangenem Jahr nach diesen Vorgaben zusammen. Neben Hessen soll nun auch Rheinland-Pfalz mit ins Boot geholt werden. Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt seit etwa zehn Jahren kontinuierlich. Deutschlandweit erfasste die Polizei 2015 rund 167.000 Fälle – fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Versicherer ersetzten Schäden von über einer halben Milliarde Euro.

Die Entwicklung macht vor der Region freilich nicht Halt. Im Gegenteil, denn exzellente Verkehrswege mit zahlreichen Autobahnen und vierspurigen Bundesstraßen erleichtern den zumeist osteuropäischen Banden die Flucht. Im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen – Stadt und Kreis Offenbach, Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis – registrierten die Ermittler im vergangenen Jahr 1 984 Wohnungseinbrüche, ein Zuwachs um 5,4 Prozent. In Hanau stieg die Zahl um mehr als deutliche 51,4 Prozent oder um 95 auf 280 Fälle. Auch im Kreis Darmstadt-Dieburg musste die Polizei viel mehr Wohnungseinbrüche verzeichnen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar unseres Redakteurs Ralf Enders.

In Hessen waren es etwa 11.600 Einbrüche (plus 5,6 Prozent), in Rheinland-Pfalz rund 7 100 (plus 22,4 Prozent). Allerdings: Trotz des Anstiegs in den vergangenen Jahren lagen die Zahlen Anfang der 1990er-Jahre noch deutlich höher – bei bundesweit über 200.000. Gefasst werden die Täter selten. 15,2 Prozent betrug die Aufklärungsquote 2015 deutschlandweit. Als aufgeklärt gilt ein Fall, wenn die Polizei mindestens einen Tatverdächtigen namentlich nennen kann. Nur 2,6 Prozent aller Einbrecher werden einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zufolge verurteilt.

„Die Länderkooperation hat zum Ziel, durch einen optimierten Informationsaustausch länderübergreifende Serien frühzeitig erkennen zu können“, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden mit. Mit dem neuen Abkommen soll es künftig beispielsweise einfacher werden, gemeinsame Ermittlergruppen einzurichten. Wesentliches Ziel sei es, die Hintermänner der Banden aufzuspüren. „Nur so kann es gelingen, Wohnungseinbrüche nachhaltig zu bekämpfen“, erklärte Beuth.

dpa/re

Quelle: op-online.de

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