Es besteht Nachholbedarf

Kommentar: Handbuch für Patienten in Hessen

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Ein Ratgeber in Form eines Handbuchs soll Patienten in hessischen Krankenhäusern mehr Sicherheit geben und zu Nachfragen bei Ärzten und Pflegepersonal ermutigen. Das hört sich prima an, es wird aber nicht ausreichen. Weitere Schritte auf dem Weg zu mehr Patientensicherheit müssen folgen. Von Peter Schulte-Holtey

Im Vergleich zu den knapp 20 Millionen stationären Klinikbehandlungen, die jedes Jahr in Deutschland durchgeführt werden, erscheint die Zahl der gemeldeten Ärztefehler zwar klein. Doch die Dunkelziffer sollte nicht ausgeblendet werden. Der weitaus überwiegende Teil der Fehler, die passieren, wird ja nirgendwo registriert. Es sind vor allem die traurigen Einzelschicksale, mit teils lebenslangen Folgen für die Betroffenen, die die Verantwortlichen in den Krankenhäusern aufrütteln sollten. Sie werden die Anforderungen an eine verstärkte Sicherheitskultur – trotz des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitssystem – intensiver hinterfragen müssen. Denn die vielen Klagen über Infektionen und Behandlungsfehler kratzen am Image – bei vielen Bürgern wächst der Argwohn.

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Dabei ist die Diagnose klar: Weiterhin fehlt ein verbindliches Fehlermeldesystem in Deutschland, Patienten ist es immer noch nicht leichter gemacht worden, im Falle von Behandlungsfehlern ihre Rechte besser durchsetzen zu können. Zwar leisten die ärztlichen Schlichtungsstellen eine wichtige Arbeit, und das Patientenrechtsgesetz informiert besser über Rechte. Nötig sind jedoch unter anderem weitere Beweiserleichterungen vor Gericht.

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Quelle: op-online.de

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