Aus dem Blick geraten

Kommentar zum Thema Kinderarmut

Kinder sind ein Armutsrisiko in Deutschland. Wer allein verdient und mehr als zwei Sprösslinge hat oder sich als Alleinerziehender durchschlagen muss, landet in unserer Gesellschaft schnell auf der Verliererseite. Von Carsten Müller 

Dieser Befund ist nicht neu und wird wohl auch mit Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie zur Kinderarmut in Deutschland kein politisches Erdbeben auslösen. Gleichwohl ist es beschämend, dass eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt nicht in der Lage ist, einem Siebtel ihrer Kinder und Jugendlichen eine positive Lebensperspektive zu bieten. Die Beseitigung sozialer Ungleichheit war einmal ein gesellschaftliches Anliegen, das zunehmend aus dem Blick geraten ist. Heute öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter als je zuvor. Und Kinder, das zeigt auch der Bertelsmann-Bericht, tragen schwer daran.

Finanzielle Sicherheit, faire Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe sind für die Entwicklung einer positiven Lebensperspektive aber unverzichtbar und eine dauerhafte Aufgabe für den Sozialstaat, zumal in einer Gesellschaft, deren wichtigster Rohstoff das Wissen ist. Studien wie die gestern veröffentlichte, erinnern regelmäßig daran, dass nicht nur Wirtschaftswachstum und öffentlicher Schuldenabbau die politische Agenda bestimmen sollten, sondern auch Investitionen – und zwar in die Zukunft unserer Kinder.

Sozialverband: So viel Arme in Deutschland wie noch nie

Quelle: op-online.de

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