Warten auf den großen Wurf

Kommentar: Überlastete Notaufnahmen

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Peter Schulte-Holtey

Kleine Unfälle, Husten, Unwohlsein – immer mehr Patienten, die eigentlich in eine Arztpraxis gehören, überlasten die Notfallambulanzen der Kliniken. Die Folge: längere Wartezeiten, Dauerstress fürs Personal und enorme Kosten für die Krankenhäuser. Von Peter Schulte-Holtey

Krankenkassen, Klinikverbände und Ärzte schlagen jetzt endlich lautstark Alarm – bringen auf den ersten Blick brauchbare Lösungsmodelle (wie die sogenannten Portalpraxen) ins Spiel. In Hessen wird die Kassenärztliche Vereinigung bald auch mit Tests für eine bessere Verzahnung der stationären und ambulanten Notfallversorgung beginnen. Alle Beteiligten sind jetzt gefordert: Patienten, die nur aus reiner Bequemlichkeit zur Notaufnahme gehen, anstatt eine Arztpraxis aufzusuchen, müssen ausgebremst werden. Sie beschäftigen dann Mediziner, die sich eigentlich auf schlimme Fälle konzentrieren sollten. Und Ärzte in Praxen und Kliniken sollten sich rasch auf Lösungen bei den Finanzierungsund Strukturproblemen verständigen.

Es geht aber auch um Grundsätzliches im Gesundheitssystem. So wird sich das Problem in Zukunft noch verschärfen, wenn Hausärzte in ländlichen Bereichen ihre Praxen schließen und die Wartezeiten bei Fachärzten immer länger werden. Es wird immer deutlicher, dass Gesundheitspolitiker endlich den großen Wurf wagen müssen. Herumdoktern in einzelnen Bereichen hilft nicht mehr weiter.

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Quelle: op-online.de

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