Studie der Bertelsmann-Stiftung

Lob und Kritik für Hessens Ganztagesschulen 

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Gütersloh/Wiesbaden - Das Urteil über die „gebundenen“ Ganztagsschulen in Hessen fällt aus Sicht der Bertelsmann-Stiftung gemischt aus. Bei den in den Schulen zusätzlich zum Unterricht verfügbaren Lernzeiten hat Hessen unter den Bundesländern den Spitzenplatz - 22 Stunden pro Woche sind es an den Grundschulen und 16 in der Sekundarstufe I.

Bemängelt wird aber in einer Studie, dass nur ein Bruchteil der Lernzeiten durch vom Land gestelltes Personal abgedeckt wird. Im Grundschulbereich bei den Ganztagsschulen liegt der Wert bei 22 Prozent. Damit ist Hessen zusammen mit Bremen Schlusslicht unter den Ländern. Die "gebundenen" Ganztagsschulen bieten verpflichtenden Unterricht und Betreuungsangebote. In Hessen ist dies an fünf Tagen pro Woche in der Zeit von 7.30 Uhr bis 16 Uhr der Fall. Hessen habe sehr ambitionierte Vorgaben bei der Öffnung der Ganztagsschulen, sagte Dirk Zorn von der Stiftung der Nachrichtenagentur dpa.

Wenn aber die Kommunen den zusätzlichen Personalbedarf abdecken müssten, gebe dies Spielraum für regionale Unterschiede. "Die Bildungschancen von Kindern dürfen aber nicht von der kommunalen Kassenlage abhängig sein." Die Studie gilt der Stiftung zufolge in Hessen wegen der geringen Zahl an gebundenen Ganztagsschulen auch nur für 3,8 Prozent aller Schüler (rund 20.000). Bundesweit hat die Untersuchung fast 18 Prozent (1,7 Millionen) erfasst.

dpa

Quelle: op-online.de

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