Löcher bei Kontrolle von Lebensmitteln

Offenbach (psh) ‐ Schmierige Arbeitsflächen in Kitas, vergammelte Frikadellen in Metzgereien, defekte Tiefkühltruhen in Grillstuben - der tägliche Horror - aufgedeckt vom Lebensmittelkontrolldienst.

Dass der Einsatz immer wichtiger wird, zeigen auch die vielen neuen Skandale. Umso unverständlicher, dass in einigen Regionen Hessens nur ein staatlicher Prüfer für mehr als 1000 Betriebe zuständig ist. Der Landesverband der Lebensmittelkontrolleure schlägt jetzt Alarm. Gegenwärtig gebe es 135 Kontrolleure in Hessen, 80 weitere seien notwendig, sagte Matthias Hermann, Chef der Berufsvereinigung, zu unserer Zeitung. Jeder zweite Betrieb werde ein ganzes Jahr gar nicht geprüft: „Viele Übeltäter gehen uns durch die Lappen.“

Vor allem ärgert er sich darüber, dass in manchen hessischen Landkreisen die Zahl der Lebensmittelkontrolleure abgebaut werde und „die dafür vorgesehenen Landesgelder für andere Aufgaben ausgegeben werden“. Die Lebensmittelkontrolleure waren 2005 vom Land zu den Städten und Kreisen gewechselt, ein Schritt, der nach Angaben von Hermann insgesamt zu einer Verschlechterung geführt hat.

Auch die Grünen in Hessen fordern eine Aufstockung des Personals. „Wir haben in den letzten Jahren immer wieder eine Aufstockung von drei Millionen Euro für die Lebensmittelkontrolle vorgeschlagen. Dies haben CDU und FDP jedes Mal mit dem Argument abgelehnt, weitere Verbesserungen wären Sache der Kreise und Städte“, so Grünen-Sprecherin Angela Dorn. Dabei sei doch klar, dass die Aufgaben der Lebensmittelkontrolle ständig steigen, „aber die Kreise unter chronisch knappen Kassen leiden“.

Quelle: op-online.de

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