Ikone trifft Frauenschwarm

Mary J. Blige und Maxwell als „musikalisches Traumpaar“ in der Jahrhunderthalle

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Die amerikanische R&B-Sängerin Mary J. Blige begeisterte am Samstag 3000 Fans in der Jahrhunderthalle. Aber sie war nicht alleine gekommen...

Frankfurt - Kämpferische Power-Diva trifft smarten Frauenschwarm zum Soul-/R´n´B-Gipfel. Oder genauer: Auf ihrer ersten „King and Queen of Hearts World Tour“ geben sich die US-Superstars Mary J. Blige und Maxwell als „musikalisches Traumpaar“ das Mikro in die Hand. Von Peter H. Müller

Allerdings stehen die beiden am Samstagabend nicht gemeinsam auf der Bühne. In der mit gut 3000 Fans bevölkerten Jahrhunderthalle tut das der Begeisterung aber keinen Abbruch. Sie: eine Ikone, die neun Grammys gewonnen, über 50 Millionen Alben verkauft hat und mit 45, den Scheidungszwist im Rücken, ihren Feminismus kultiviert. Er: ein Neo-Soul-Barde und Frauenflüsterer, der bereits Ende der 1990-er als Wunderkind und wahlweise neuer Marvin Gaye gefeiert wird, um nach langer Kreativ-Pause 2009 ein fulminantes Comeback hinzulegen. Zusammen: ein Dreamteam des Soul & R´n´B – wenn man den Begriff „Team“ nicht zu wörtlich nimmt.

In der Jahrhunderthalle gibt es denn an diesem Abend zwei Shows zu bewundern. Die 90 Auftakt-Minuten, in denen sie über die Bühne fegt, darf man getrost als ein Soul-/HipHop-Manifest der Marke „old fashioned“ bezeichnen. Vom ersten XL-Medley mit Kurzversionen von „Love Yourself“ über „The One“ bis „Love is all we need“ oder „Happy“ heißt das Spektakel Mary Jane Blige. Sie singt nicht einfach, sondern beschwört und beglaubigt, betört, appelliert, leidet und gestikuliert als predige sie in der Gospelkirche ihrer Geburtsstadt Savannah/Georgia die Predigt ihres Lebens.

Fehlte nur noch die Kanzel und Alice Schwarzer als Sekundantin. Denn die mit grandioser Stimme gesegnete Diva arbeitet vor allem in ihrem neuen, demnächst erscheinenden „Strength of a Woman“-Album wieder mal einige Unbill ab. Ihre in zornige Statements gepackte Botschaft: „No more Drama“. Das Mantra dazu: Sei wie Du bist, glaube an Dich – da wirkt ihr 2001-er Smash-Hit „Family Affair“ zum Schluss fast wieder versöhnlich.

Bilder: Silbermond in der Frankfurter Festhalle

Schnitt, 20 Minuten Pause und ein ganz cooles, brachial lautes Entree vom „Sexiest Singer Alive“ Maxwell. Dazu hat ihn eben das US-Blatt „Glam´Mag“ gekürt – zum zweiten Mal in Folge. Es scheint also was dran zu sein an der besonderen Aura des zweifachen Grammy-Gewinners, der dem Soul wieder neues Leben eingehaucht hat. Zuletzt im Juli, mit „blackSUMMERS´night“. Die Erkenntnis seines Best-of-Gigs in Frankfurt, wo er alte Hits wie „Bad Habits“ oder „Love You“ mit frischem Balladen-Material wie „Love by the Ocean“ und „Lost“ mixt: Der Typ ist nicht nur ein Hingucker, sondern in der Tat so etwas wie die moderne Reinkarnation des klassischen Soul. Großer Applaus.

Quelle: op-online.de

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