Von „abgewogen“ bis „unverhältnismäßig“

Meinungen aus der Politik zum Stadtverbot für Eintracht-Fans

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Am Luisenplatz in Darmstadt dürfen sich am Wochenende keine Fans von Eintracht Frankfurt aufhalten.

Darmstadt/Wiesbaden - Innenminister Peter Beuth hält das Aufenthaltsverbot für Eintracht-Fans in Darmstadt für „abgewogen“. Die Linke-Fraktion hat da eine ganz andere Meinung.

Das von der Stadt Darmstadt verfügte 36-stündige Aufenthaltsverbot für Fans von Eintracht Frankfurt vor dem Bundesliga-Derby am Samstag ist nach Meinung von Innenminister Peter Beuth „mit Sicherheit wohl abgewogen“. Der CDU-Politiker wollte die Entscheidung des Darmstädter Ordnungsdezernenten aber heute nicht weiter kommentieren, da er die Einzelheiten der Verfügung nicht kenne. Wichtig sei, dass es am Samstag zu einem „friedlichen Fußballfest“ komme.

Als „vollkommen unverhältnismäßig“ hat die Linke-Fraktion im Landtag das Aufenthaltsverbot bezeichnet. „Tausenden friedlichen Eintracht-Fans wird aufgrund Verfehlungen einzelner beim Hinspiel im vergangenen Jahr das Betreten einer Stadt verboten“, kritisierte Fraktions-Geschäftsführer Hermann Schaus in Wiesbaden. Eine solche „Kollektivstrafe“ wirke nicht deeskalierend und sei bei einer Klage kaum aufrechtzuerhalten. Eine Überwachung vor Ort sei ohnehin kaum praktikabel.

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Gestern hatte die Stadt Darmstadt gemeinsam mit der Polizei neben dem Stadion am Böllenfalltor auch die Innenstadt für die Gäste-Fans zur Sperrzone erklärt. Für die Frankfurter Anhänger gilt 36 Stunden lang ein Aufenthaltsverbot für das erweiterte Darmstädter Zentrum. Die außergewöhnliche Maßnahme stützt sich auf das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Nach den Ausschreitungen im Hinspiel hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes einen Fan-Ausschluss für die Partie an diesem Samstag verfügt. Dennoch rechnet die Polizei mit bis zu 3000 Eintracht-Fans. Gestern Abend kam es in der Darmstädter Innenstadt bereits zu einer Schlägerei zwischen Eintracht- und Lilien-Fans.

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dpa

Quelle: op-online.de

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