85-Jähriger gesteht Tötung

Nach 62 Jahren Ehefrau umgebracht

Frankfurt - Ein 85-jähriger Mann hat am Dienstag im Frankfurter Landgericht gestanden, seine Frau während eines heftigen Streits in der gemeinsamen Wohnung in Neu-Anspach (Hochtaunuskreis) getötet zu haben.

"Es war eine Tat im Affekt", sagte der Rechtsanwalt des wegen Totschlags angeklagten Mannes. Konkrete Erinnerungen an die Tat habe der 85-Jährige nicht mehr. Laut Anklage soll der Mann die 87-Jährige am Abend des 8. Novembers 2015 zunächst mit gläsernen Wasserflaschen auf den Kopf geschlagen und sie dann mit einem Messer niedergestochen haben. Die Frau hatte Stichverletzungen am ganzen Körper. Anschließend wollte er sich selbst töten, indem er sich mit einem Hammer auf den Kopf schlug und an seinen Adern ritzte. Am Morgen nach der Tat rief er seine Tochter an, die im selben Haus lebte und berichtete, dass seine Frau tot sei.

Die Familie fand die leblose 87-Jährige und den verwirrt scheinenden Angeklagten. Sie ging zunächst von einem Unglücksfall aus. Der Rechtsanwalt sagte, sein Mandant sei in der Beziehung - das Paar war 64 Jahre lang verheiratet - eher unterwürfig gewesen. Die demente Frau sei in den vergangenen Jahren immer herrischer geworden und habe ihn öfters wegen Lappalien beschimpft. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war der Mann zur Tatzeit nicht voll schuldfähig gewesen. Er sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt, insgesamt will die Schwurgerichtskammer an drei Tagen verhandeln.

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dpa

Quelle: op-online.de

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