NSU-Mord in Hessen

Polizist: Verfassungsschutz behinderte Ermittlungen

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Gedenken an das NSU-Opfer aus Kassel

Wiesbaden - Nach dem Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006 ist die Arbeit der Polizei laut Einschätzung eines Zeugen im NSU-Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags vom Verfassungsschutz behindert worden.

Der Polizeibeamte sagte heute in Wiesbaden, die Ermittler wären schneller zu einem Ergebnis gekommen, hätten sie Informanten des Landesamtes für Verfassungsschutz direkt befragen dürfen. Der 62-Jährige arbeitete 2006 im Landespolizeipräsidium. Der Landtagsausschuss untersucht, ob bei den Ermittlungen nach der Ermordung des deutsch-türkischen Internetcafé-Besitzers Yozgat in hessischen Behörden Fehler gemacht wurden.

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Für die Tat wird der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) verantwortlich gemacht. Zur Tatzeit oder kurz davor war der damalige Verfassungsschützer Andreas Temme im Café, er geriet vorübergehend unter Verdacht. Daher wollten die Ermittler der Mordkommission die von ihm betreuten V-Leute direkt befragen. Mit Verweis auf den Staatsschutz wurde dies vom Innenministerium abgelehnt. (dpa)

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Quelle: op-online.de

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