Debatte zu Innenstadtverbot in Darmstadt

Hessenderby: Opposition attackiert Beuth

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Auch fast zwei Wochen nach dem Fußballderby Darmstadt gegen Frankfurt (das Foto zeigt Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Zuschauern) diskutiert die Politik noch über die Verhältnismäßigkeit des Innenstadtverbots für Eintracht-Fans.

Wiesbaden/Darmstadt - Darmstadts Bürgermeister Rafael Reißer hat nach dem umstrittenen Innenstadtverbot für Fans von Eintracht Frankfurt beim Derby in Darmstadt nachträglich Fehler eingeräumt, sein Verhalten aber gleichzeitig verteidigt.

„Es ging um die Sorge der Bürger in dieser Stadt“, sagte der CDU-Politiker gestern in der Stadtverordnetenversammlung. Wegen möglicher Randale zwischen Anhängern aus Frankfurt und von Darmstadt 98 hatte Reißer als Ordnungsdezernent die City zur Eintracht-Sperrzone erklärt. Trotz einer gegenteiligen Entscheidung des Verwaltungsgerichts hatte die Stadt zunächst an dem Verbot festgehalten, hob es später aber wegen massiver Proteste wieder auf. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sagte, Reißers Verhalten sei im Nachhinein betrachtet nicht richtig gewesen.

Die Opposition im Landtag warf dem Bürgermeister vor, mit dem Verbot völlig überzogen gehandelt und so zu einer Eskalation zwischen den Fans beigetragen zu haben. Es war rund um das Derby zu Schlägereien gekommen. 578 Menschen wurden laut Innenminister Peter Beuth (CDU) vorläufig festgenommen, 592 Platzverweise ausgesprochen.

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Beuth stritt im Landtags-Innenausschuss jegliche Verantwortung für das Innenstadtverbot ab. Er sei zu keinem Zeitpunkt in die Entscheidung der Stadt Darmstadt einbezogen gewesen, lediglich informiert worden. Die Opposition forderte Beuth auf, die Zahl der eingesetzten Polizisten und die Einsatzkosten zu nennen. Der Minister sagte jedoch nur, die Einsatzstärke habe im vierstelligen Bereich gelegen. Für diese Zurückhaltung erntete Beuth scharfe Kritik von der Opposition. (dpa)

Bilder: Eintracht gewinnt Hessenderby

Quelle: op-online.de

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