Abend mit Balladen versüßt

Popidol Matt Corby: Australischer Charmeur

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Wurde durch die Sendung „Australian Idol“ bekannt: Matt Corby gab ein Konzert im Frankfurter Palmengarten.

Frankfurt - Es ist 20.30 Uhr und dunkel geworden im Palmengarten Frankfurt, als für viele weibliche Fans des australischen Popidols Matt Corby dennoch gerade die Sonne aufgeht. Von Sebastian Krämer 

Als der charmante Mädchenschwarm mit seinen blonden Locken die Bühne betritt, fassen sich einige der zahlreichen jungen Damen rund um die Open-Air Bühne beglückt ans Herz und jubeln ihrem Star zu. Zuvor hatte die in Berlin lebende Singer-Songwriterin Hanna Leess in gelben Flip-Flops und rotem Kleid mehrere solide Eigenkompositionen gemeinsam mit ihrem Drummer Tom Osander zu Gehör gebracht. Anders als Leess wurde Corby von einer fünfköpfigen Band unterstützt, die er bei einigen Stücken wechselweise mit der Querflöte oder E-Gitarre instrumental verstärkte. Richtig laut wurde es schließlich, als die ersten Takte des Intros von Corbys Hit „Resolution“ angestimmt wurden. Bei der schönen und stimmungsvollen Ballade hielten die Fans anstelle von Feuerzeugen die Smartphones in die Höhe – um den Höhepunkt des Abends einzufangen.

Es sollte allerdings lange nicht nur bei einer Ballade bleiben; langsam-gefühlvolle Titel waren eindeutiger Schwerpunkt an diesem Abend. Der 1990 in Sydney geborene Songwriter bot eine Mischung aus Folk, Soul sowie auch die ein oder andere Prise Funk. Allerdings fehlte stellenweise der letzte Groove. Angesichts Corbys ausdrucksstarker Stimme und seines Charmes fiel das allerdings nicht sonderlich ins Gewicht. Seine Aussage, dass dieses Konzert zu seinen fünf schönsten Erfahrungen zähle, wurde allerdings von dem Publikum mit der frechen Antwort „you are not one“ erwidert.

Bei den wunderschönen, teils sphärischen, teils souligen Nummern hieß es für das Publikum: zurücklehnen und das wunderschöne Konzert genießen. Da tat es der guten Stimmung auch keinen Abbruch, dass Matt Corby der Solotitel „Monday“ seines neusten Albums „Telluric“ misslang.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Der Song basiert auf der „Double-Tracking-Technik“, die es Corby ermöglicht, mehrere Gesangparts nacheinander live aufzunehmen und direkt als Audio-Schleife (Loop) wieder abzuspielen. So kann ein ganzer Chor von ihm alleine eingesungen werden. Ärgerlich war nur, dass der Star bei einer dieser Aufnahmen ein „terrible Feedback“ ausgemacht hatte. Bei dem erneuten Aufnahmeversuch hatte er dann das Lachen des Publikums auf der Aufnahme, das dann den restlichen Song immer wieder als Schleife zu hören war.

Das Publikum nahm dies mit Humor und ließ sich hiervon nicht die Laune verderben. Zu schön waren gerade für die weiblichen Zuhörerinnen die akustischen und optischen Reize, was zeigte, auch der Rest des Konzertes konnte einem wirklich ans Herz gehen!

Quelle: op-online.de

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