Frankfurter schlug Freundin vor Kindern zusammen

Prozess: Prügelattacke wegen "freizügiger" Kleidung

Frankfurt - Mit Jeans und ärmelloser Bluse geht eine Frau im Mai 2011 einkaufen. Ihr streng gläubiger Ehemann stellt sie zur rede und schlägt vor den Augen der Kinder auf sie ein. Heute startete der Prozess

Aus Ärger über ihre angeblich freizügige Kleidung soll ein Mann seine Ehefrau aus religiösen Motiven bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen haben. Seit heute muss sich der 41-jährige Muslim deshalb zum zweiten Mal vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Der Vorfall hatte sich bereits im Mai 2011 in einer türkischen Familie in Frankfurt ereignet. Weil sie mit einer ärmellosen Bluse und Jeans beim Einkaufen war, stellte der Mann seine Frau zur Rede und schlug sie dem ersten Urteil zufolge in Gegenwart der beiden weinenden kleinen Kinder zusammen. Das bewusstlose Opfer musste mit zahlreichen Hirnverletzungen und zusammengefallenem Lungenflügel in die Klinik. Ursprünglich lautete die Anklage auf versuchten Totschlag.

Im ersten Prozess wurde der Angeklagte allerdings lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Tat sei eine Strafaktion ohne Tötungsvorsatz gewesen, hieß es. Der Bundesgerichtshof kassierte jedoch den Urteilsspruch und monierte dabei die Beweiswürdigung, so dass auch in dem zweiten Prozess zahlreiche Zeugenvernehmungen anstehen. Am ersten Verhandlungstag wurde heute nur das erste Urteil verlesen, weil der Verteidiger des Angeklagten verhindert war und nur ein Ersatzanwalt zur Verfügung stand. In der kommenden Woche könnte sich dann der Angeklagte zur Tat äußern. dpa

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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