Rekordversuch in der Frankfurter Arena ist geglückt

„Wir füllen das Stadion“: Musik verbindet Tausende

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Die 7 548 Musiker waren im Stadion keineswegs unter sich, auch viele Zuschauer wollten sich das klangvolle Spektakel nicht entgehen lassen.

Frankfurt - 7 548 Musiker aus dem In- und Ausland haben am Samstag in der Frankfurter Commerzbank-Arena das größte Orchester aller Zeiten gebildet und sich damit einen Eintrag ins Buch der Rekorde gesichert. Von Harald H. Richter 

Wäre ihr ambitionierter Versuch fehlgeschlagen, hätten sie sich immerhin als Teil eines unvergesslichen Klangerlebnisses fühlen dürfen. So aber sorgten 7 548 Musizierende unter Leitung des Dirigenten und Klassik-Echo-Gewinners Wolf Kerschek von der Hamburger Hochschule für Musik und Theater in der Arena sowohl für eine neue Bestmarke, als auch für einen generationenübergreifenden Brückenschlag verschiedener Stilrichtungen. Niemals zuvor haben mehr Bläser, Streicher und Schlagwerker aus Vereinen, Bands, kleineren Orchestern, Schulen und eigens für diesen Anlass gebildeten Laiengruppen zusammen gespielt und den verbindenden Charakter der Musik derart klangvoll zum Ausdruck gebracht wie an diesem Abend unter dem Dach des Stadion-Ovals.

Ideengeber für das Spektakel, an dem sogar Intrumentalisten aus Österreich und den Niederlanden teilnahmen, war der Hamburger Trompeter und Hobby-Dirigent Jens Illemann. Er fand in Stadionmanager Patrik Meyer – selbst Schlagzeuger – einen Musikfan, der sich für die Umsetzung des Vorhabens begeistern ließ. Mit der Aktion „Wir füllen das Stadion“ wollten sie den Stellenwert der Musik für die deutsche Kultur betonen. Erste Voraussetzung für den Weltrekord war, dass alle Orchesterinstrumente mit einer Mindestanzahl vertreten sein mussten. Das glückte. Eine weitere Vorgabe bestand darin, Profis und geübte Amateure mindestens fünf Minuten zusammen spielen zu lassen. Von Wertungsrichter Olaf Kuchenbecker vom Rekord-Institut für Deutschland überwacht, übertraf das größte Orchester der Welt diesen Zeitwert deutlich, zumal vier Stücke vorausgewählt waren. Es erklangen Auszüge aus Sinfonien von Dvorak und Beethoven, der Titelsong aus dem Musical „Starlight Express“ und die Hymne „Music Was My First Love“ von John Miles.

Bilder: Größtes Orchester der Welt im Frankfurter Stadion

Auf einer riesigen Videowand blieb Dirigent Wolf Kerschek stets im Blick. Eine große Herausforderung lag für die Tonkünstler darin, auf weitem Raum mit vielen Instrumenten einen gemeinsamen Klang zu erreichen. Auch sie wurde gemeistert. Besonders die Interpretation von Beethovens „Ode an die Freude“ quittierten die vielen Tausend Zuhörer auf den Tribünen mit stürmischem Applaus. Die Queen-Hymne „We Will Rock You“ als Zugabe inbegriffen, fand der Rekordversuch nach einer halben Stunde zwar seinen offiziellen Abschluss, aber noch kein Ende. Danach leiteten viele Musiker zu einer 15-minütigen Dauerschleife von „So ein Tag so wunderschön wie heute“ über und zogen in Polonaisen durchs Stadion.

Während hinter den Kulissen ausgezählt wurde, gaben sich auf der Bühne populäre Musiker und Sänger ein Stelldichein. Zum Abschlusskonzert trat neben dem deutsch-irischen Folkmusiker Angelo Kelly auch der aus der TV-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ bekannte Daniel Wirtz auf. Zum Abschluss eines langen Musiktages in der Arena überzeugte Popsänger und Songwriter Johannes Oerding mit großer Orchestrierung durch die Neue Philharmonie Frankfurt und tunte sich und das Publikum „Schlaflos“.

Quelle: op-online.de

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