Störungen und Angriffe bei Einsätzen

Retter schimpfen über Gaffer

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Symbolbild

Offenbach - Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in Hessen sind sauer: Immer häufiger blockieren Gaffer Rettungsarbeiten und attackieren Störer die Helfer. „Wir müssen uns mehr dagegen wehren“, fordert Ralf Ackermann, Kreisbrandinspektor im Kreis Offenbach. Von Peter Schulte-Holtey

Sie wollen Leben bewahren – und werden beschimpft, bespuckt, bedroht und massiv behindert: Gaffer und gewalttätige Störer behindern in zunehmendem Maße Polizei und Feuerwehr. Helfer berichten von Steinwürfen in Frankfurt auf Einsatzfahrzeuge. Auf Feuerwehrleute wurden auch schon Raketen abgefeuert, sagt Kreisbrandinspekteur Ralf Ackermann. Dass der Respekt vor Unfallopfern und Rettern sinkt, haben Feuerwehr und Polizei im Kreis Offenbach bereits zum Thema gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass die Störer aus allen Bereichen der Gesellschaft kommen. Ackermann beobachtet auch Probleme mit Menschen mit Migrationshintergrund: „Wir bieten unseren Mitarbeitern bei den Rettungsdiensten inzwischen interkulturelle Schulungskurse an.“ Für den Kreisbrandinspektor ist aber auch klar, dass „noch viel mehr getan werden muss“. Er fordert verstärkte Aufklärungsarbeit. Manche Feuerwehren in Hessen setzen jetzt an Unfallstellen auf Planen mit der Aufschrift „ Nicht gaffen! Mitglied werden!“ Autofahrer sollen zum Umdenken gebracht werden. Ein Feuerwehrmann aus Bad Hersfeld begründet die Aktion in Medienberichten mit seinen Erfahrungen: „Wir Einsatzkräfte bei Unfällen stellen fest, dass jeder zweite oder dritte Autofahrer ein Handy in der Hand hat und das Ganze filmt. Niemand möchte solche Bilder von sich im Internet haben und man sollte auch an Angehörige denken, die solche Bilder finden können.“

Entsetzen über wachsende Rücksichtslosigkeit auch bei der Polizei: Achim Hansen vom Polizeipräsidium Mainz erinnert an einen Straßenbahnunfall in der Stadt, bei der eine Frau ihr Bein verlor. „Die Menschen mussten richtig zur Seite gedrängt werden, weil sie die Rettungskräfte behindert haben“, so der Beamte. „Viele schauen nicht nur für ihre eigene Neugier, sondern sie nehmen Fotos und Videos auf, um zum Geschichtenerzähler zu werden – auf Kosten der Opfer“, stellt Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, fest. Er fordert strafrechtliche Konsequenzen für die „Katastrophen-Touristen“.

Kuriose Unfälle in der Region

Quelle: op-online.de

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