Tatverdächtiger immer noch flüchtig

Rocker-Fehde: Wird der „Hells Angel“ nie geschnappt?

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Frankfurt - Auch drei Monate nach der Schießerei in der Frankfurter Innenstadt ist ein gesuchter „Hells Angel“ weiter auf der Flucht. Der andere Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

"Die Ermittlungen laufen, wir haben keine weiteren Erkenntnisse", sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, am Montag. Hintergrund der Schießerei mit zwei Verletzten sei wohl eine Fehde zwischen rivalisierenden Gruppen der Rockervereinigung Hells Angels gewesen. "Spiegel Online" berichtet nun von einem "Kopfstoß mit Konsequenzen": Auslöser der Bluttat sei ein missglücktes Gipfeltreffen in einem Hotel am Flughafen im März gewesen: auf der einen Seite führende Köpfe der alteingesessenen Frankfurter Gruppe, auf der anderen Vertreter der türkisch geprägten Gießener Bande. "Die Aussprache endete nach Informationen von "Spiegel TV" schon nach sechs Minuten", heißt es in dem Beitrag: ein Gießener habe einem Frankfurter einen Kopfstoß versetzt und ihm die Nase gebrochen.

Anfang Mai fielen dann auf einem belebten Platz nahe der Hauptwache Schüsse - am Vatertag, bei schönem Wetter, als viele Menschen draußen in den Café saßen. Ein Geländewagen fuhr an einer der Terrassen vorbei, im Auto - so der aktuelle Stand der Ermittlungen - zwei Mitglieder der einen Gruppe, im Café zwei Mitglieder der anderen. Ob Zufall oder Absicht ist eine der offenen Fragen. Sicher ist: Die Männer im Café schossen auf die Vorbeifahrenden. Der Fahrer, damals 41, wurde lebensgefährlich verletzt, der 20 Jahre alte Beifahrer kam glimpflicher davon. Im Krankenhaus wurden sie - um weiteren Gewalttaten vorzubeugen - von der Polizei beschützt. Einer der mutmaßlichen Schützen wurde rund eine Woche später in Rumänien gefasst und ausgeliefert. Der damals 55-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft. Er wird des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Über eine Anklage sei noch nicht entschieden, sagte Niesen. Ein damals 35 Jahre alter Tatverdächtiger wird weiter mit Haftbefehl gesucht.

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Nach Einschätzung des Landeskriminalamts umfasst die Rockerszene in Hessen rund 700 Menschen, die vier Gruppen zugeordnet werden. Im Fokus der Ermittler stehen sie vor allem wegen Rauschgiftdelikten und kriminelle Aktivitäten im Türsteher- und Rotlichtmilieu. Den "Spiegel"-Recherchen zufolge könnte durch die Schüsse "der seit geraumer Zeit bei den Hells Angels schwelende Konflikt zwischen Traditionalisten und jungen Wilden wiederaufflammen". Bisher ist es nach Angaben der Frankfurt Staatsanwaltschaft aber ruhig geblieben. dpa

Mann schießt aus fahrendem Auto - Drei Verletzte

Quelle: op-online.de

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