Rockerszene in Hessen im Umbruch

Boxclub der Osmanen auf dem Vormarsch

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Mitglieder der „Osmanen Frankfurt“ beim Boxabend in der Offenbacher Stadthalle.

Wiesbaden - Neue Gruppen mischen in Hessens Rockerszene mit. Neben den bekannten Clubs treten weitere rockerähnliche Vereinigungen in Erscheinung – mitunter als Boxclub wie beim Osmanen Germania BC.

Hessens Rockerszene wird aufgemischt. Neben bereits etablierten Clubs treten rockerähnliche Gruppierungen wie die Osmanen Frankfurt BC oder die Osmanen Germania BC auf, wie das Landeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. Revierkämpfe seien noch nicht registriert worden. Die Polizei habe aber bereits mit Präsenz und Kontrollmaßnahmen auf mögliche Gefahrenlagen reagiert. Rund 100 Mitglieder zählt das LKA derzeit bei den Osmanen Germania in drei regionalen Ortsgruppen. Sie seien vorrangig im Rhein-Main-Gebiet und in benachbarten Bundesländern unterwegs. Bei Kontrollen seien zuletzt Verstöße gegen das Waffengesetz festgestellt worden. Das Landeskriminalamt geht davon aus, dass der Zulauf weiter anhält. Im Gegensatz zu traditionellen Rockergruppen handelt es sich beim Osmanen Germania BC laut LKA um einen Boxclub (BC). Die Sicherheitsbehörden stuften sie als rockerähnliche Gruppierung ein. Verbote im Sinne des Vereinsgesetzes seien bislang nicht ausgesprochen worden, erklärte ein LKA-Sprecher.

In Hessen gibt es bislang vier Rockergruppen, die von der Polizei beobachtet werden. Dabei handelt es sich nach Angaben des Landeskriminalamtes um Bandidos MC, Gremium MC, Hells Angels MC und Outlaws MC Bergstraße. Während die Bandidos MC vor allem in Kassel angesiedelt sind, hat der Gremium MC Ortsverbände in Bad Nauheim, im Knüllwald, Fritzlar, Fulda, Gießen, Limburg, Marburg, Schotten und Usingen. Der Hells Angels MC ist in Bad Homburg, Darmstadt, Gießen, Hanau, Offenbach und Frankfurt vertreten. Die Outlaws MC Bergstraße haben laut LKA regionale Gruppen in Heppenheim, Dieburg, Friedberg und Groß-Bieberau. Im Fokus der Ermittler waren Mitglieder dieser Gruppen vor allem wegen Rauschgifthandels und -schmuggels. Zudem sei es um kriminelle Aktivitäten im Türsteher- und Rotlichtmilieu gegangen, erklärte der LKA-Sprecher. Die Sicherheitsbehörden gehen von insgesamt rund 700 Personen in der Szene in Hessen aus.

Die Polizei hatte schon vor geraumer Zeit verstärkte Kontrollen im Rockermilieu angekündigt. So wurde vor gut einer Woche ein Treffen im Dietzenbacher Spessartviertel, an der auch Mitglieder der Gruppierung Osmanen Germania teilgenommen haben sollen, von Einsatzkräften aufgelöst. Mehrere Wochen zuvor hatte es in Sprendlingen und Offenbach Polizeieinsätze gegeben, weil es unbestätigten Informationen zufolge einen schwelenden Konflikt zwischen verfeindeten Rockergruppen der Hells Angels Gießen, der Osmanen Germania sowie dem Lions Fight Club gegeben haben soll. Unter besonderer Beobachtung stand auch eine Boxveranstaltung am Freitag in der Offenbacher Stadthalle. 

Schießerei im Rockermilieu

dpa/cm

Quelle: op-online.de

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