Kosten von nur 1000 Euro pro Quadratmeter möglich

„Serielles Bauen“ soll Wohnungsnot mildern

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BIP Deutschland

Frankfurt - In Darmstadt entstehen derzeit 14 Häuser für 1000 Flüchtlinge in Rekordzeit und deutlich billiger als üblich: Für den Baukonzern Dreßler Beweis, dass mit „modularer“ Bauweise die Wohnungsnot erfolgreich angegangen werden kann.

Was in Darmstadt funktioniert, scheitert aber nach Erfahrungen der Bauwirtschaft anderswo oft an der Bürokratie. Jörg Brömer, Vorsitzender des Bauausschusses der hessischen Unternehmerverbände (VhU), nahm gestern in Frankfurt unter anderem die Vorschriften zur Wärmedämmung ins Visier. Auf einem Forum des VhU stellten mehrere Unternehmen ihre Pläne für das flexible „serielle“ Bauen vor, das das Wohnen um die 1000 Euro pro Quadratmeter oder sogar noch knapp darunter möglich machen soll. Allerdings gibt es dann in vierstöckigen Häusern keine Aufzüge. Wände oder Decken könnten aus Sichtbeton sein. Die Bauaufsicht müsste außerdem Ausnahmen machen in der Energiesparverordnung (EnEV).

Modulares Bauen kann kreativ sein und muss nicht uniform aussehen, meint die Bauwirtschaft. Container seien jedenfalls keine Lösung. Die Fehler der Nachkriegszeit mit dem Bau von „Baracken“ dürften sich nicht wiederholen, sagte Frank Durand, Bauoberleiter der Züblin AG (Frankfurt).

Einig war man sich auf dem Forum, dass angesichts des Flüchtlingszuzugs und der Wohnungsnot in den Ballungsräumen viel mehr Sozialwohnungen gebaut werden müssten. Jahrelang haben viele Bundesländer kaum noch in den geförderten Wohnungsbau investiert. Inzwischen haben jedoch das Land Hessen und der Bund ihr Engagement verstärkt. Auch Änderungen in der Bauordnung scheinen möglich. Landtagsabgeordnete von CDU und SPD-Opposition unterstützen Vereinfachungen.

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dpa

Quelle: op-online.de

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