Sopranistin Fadayomi tourt mit „Porgy and Bess“ um die Welt

Immer die Diva auf der Bühne

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Sopranistin mit tänzerischen Fähigkeiten: Morenike Fadayomi ist gerade als „Bess“ auf Welttournee. Demnächst gastiert die Produktion vom New Yorker Harlem Theatre in Frankfurt.

Frankfurt - Nach zwölf Jahren dockt George Gershwins „Porgy and Bess“ wieder in Frankfurt an. Die amerikanische Jazz-Oper ist eine Produktion des New Yorker Harlem Theatre. Nach dem Willen des Komponisten singen, tanzen und spielen nur Afro-Amerikaner auf der Bühne. Von Klaus Ackermann 

Mit von der Partie ist die in London geborene Sopranistin Morenike Fadayomi. Den kleinen Leuten der „Catfish Row“ in der Südstaaten-Stadt Charleston hat Gershwin ein Opern-Denkmal gesetzt. Unter Hafenarbeitern und Drogendealern entwickelt sich die große, aber letztlich unmögliche Liebe zwischen dem verkrüppelten Bettler Porgy und der schönen Bess. „Sie ist eine sensible, aber auch sehr labile Frau und zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagt Fadayomi über ihre Rolle der Bess. Zudem habe sie Alkoholprobleme. Nur die Liebe zum gutmütigen Porgy könnte sie verändern, doch selbst dafür ist sie zu schwach, brennt letztlich mit ihrem Zuhälter Sportin‘ Life durch.

Ein Charakter, den die in internationalen Opernhäusern gestählte Sopranistin verinnerlicht hat, zuletzt mit großem Erfolg bei den Bregenzer Festspielen. Auf der groß dimensionierten Seebühne und in einer Inszenierung, die auf unsere heutige Zeit abgestimmt gewesen sei. Dagegen versetze das Harlem Theatre die Gershwin-Oper in ihre Entstehungszeit um 1924 – und mache sie zeitlos, so die in Nigeria und der Schweiz aufgewachsene Fadayomi, die seit 1997 Solistin an der renommierten Düsseldorfer Rheinoper ist.

Ob es gravierend Neues gibt, wenn man in eine schon so oft praktizierte Oper zurückkehrt? „Natürlich hat Regisseurin Baayork Lee auch andere Sachen ausprobiert“, sagt der Opernstar. Schließlich habe sie es auch mit neuem Personal zu tun. Als Porgy sei mit Patrick Blackwell ein altgedienter Operndarsteller gesetzt, der seine Partie emotional stark ausreizt. „Ein toller Partner und Kollege“, schwärmt Fadayomi, die ihren jugendlich-dramatischen Sopran opernmäßig einsetzt. Schließlich müsse man sich auch bei Gershwin gegen ein großes Orchester durchsetzen. Vielleicht mit etwas mehr Parlando (schneller Sprechgesang) als bei „Aida“, sagt sie lächelnd.

Dass sie einmal Opernsängerin werden würde, auch daran hat „Porgy and Bess“ ein gerüttelt Maß Anteil. Mächtig imponiert hat der jugendlichen Morenike Otto Premingers Verfilmung der Oper mit Sidney Poitier. Fortan beschloss sie, die mit ihren zwei Schwestern schon bei Hochzeiten aufgetreten war („meine Mutter wollte aus uns drei neue Supremes machen“), die Bühne zu erobern. Nach einem Tanzstudium und Erfolgen in gängigen Musicals ließ sie ihre Stimme bei der Wiener Gesangsprofessorin Ursula Preier-Raunacher weiterentwickeln, trat auch in Operetten auf. „Aber immer als Diva“, betont die Sopranistin – schon wegen ihrer tänzerischen Fähigkeiten.

Mittlerweile ist Fadayomi mit den großen Opernpartien vertraut, ob nun Verdis „Aida“, Mozarts „Donna Elvira“ oder der anrührenden „Mimi“ in Puccinis „La Bohème“. In der nächsten Saison gibt sie ihr Debüt als grausame Prinzessin „Turandot“ (Puccini). „Die muss noch in die Kehle rein“, sinniert die Sängerin, die ihren Akku nach anstrengender Saison und Gershwin-Gastspiel im „Häuschen im Grünen“ in Neuss auflädt. „Zum Glück ist mein Ehemann nicht vom Fach“, bemerkt sie. Zum ewigen Thema Aberglaube vor Premieren hat Fadayomi eine dezidierte Meinung. „Ein wenig muss schon sein. Man darf sich nur nicht davon abhängig machen – sonst geht’s schief“. Dann wünschen wir für Frankfurt toi, toi, toi …

„Porgy and Bess“ ist vom 30. August bis 4. September in der Alten Oper Frankfurt zu sehen. Tickets online unter www.bb-promotion.com.

Quelle: op-online.de

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