Bad Hersfelder Festspiele

Intendant Dieter Wedel verlängert Vertrag bis 2022

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Dieter Wedel inszenierte Arthur Miller „Hexenjagd“ zum Festspielauftakt selbst.

Bad Hersfeld - Dieter Wedel ist der Erfolgsgarant bei den Bad Hersfelder Festspielen. Zum Ende seiner zweiten Saison als Intendant hat er seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Die laufende Saison sieht er als Erfolg.

Star-Regisseur Dieter Wedel bleibt den Bad Hersfelder Festspielen als Macher langfristig erhalten. Der 73-Jährige stimmte einer Vertragsverlängerung als Intendant bis 2022 zu, wie er in Bad Hersfeld mitteilte. Der ursprüngliche Kontrakt lief bis zum Ende der Saison 2018. Der Magistrat hatte am Montagabend beschlossen, den Vertrag mit Wedel, der dem Freilicht-Theaterfestival zu neuem Glanz verholfen hat, um vier weitere Jahre zu verlängern. Dem obersten Verwaltungsgremium der Stadt gehören neben Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) acht Stadträte an. „Ich freue mich besonders, dass diese Entscheidung ohne Gegenstimme gefallen ist. Das ist eine Bestätigung unser aller Arbeit“, teilte Wedel mit. Als er am Freitag zum Vertragsangebot gefragt wurde, sagte er: „Ja, ich nehme an.“

Im Vorjahr absolvierte Wedel eine viel beachtete Premieren-Saison mit großem Erfolg. Auch für sein Programm in der aktuellen, am Sonntag endenden Spielzeit bekam er von Kritikern viel Anerkennung und Lob. Wedel gelang es in beiden Spielzeiten, bekannte Bühnen- und Fernsehschauspieler zu verpflichten und so die Aufmerksamkeit der Medien und des Publikums deutlich zu erhöhen. In Bad Hersfeld inszenierte Wedel in dieser Saison das Drama „Hexenjagd“. Dabei brachte er zahlreiche Prominente auf die Freilichtbühne der Stiftsruine. Darunter waren Elisabeth Lanz, Richy Müller, André Hennicke und Horst Janson.

Als beim Publikum beliebteste Schauspielerin wurde Sandy Mölling am Freitag ausgezeichnet. Die ehemalige Sängerin der Mädchenband „No Angels“ erhielt nach einer Online-Abstimmung den Zuschauerpreis und dafür einen Silberring. Mit einer Videobotschaft bedankte sich die 35-Jährige von ihrem Wohnort in Kalifornien (USA) aus. Mölling sagte: „Es war meine bisher größte Rolle in einem Musical. Und es hat sich zu keiner Zeit als Arbeit angefühlt.“ So viel Freude habe ihr die Rolle des Blumenmädchens Eliza bereitet.

Bilder der 66. Bad Hersfelder Festspiele

Die Festspiele bilanzierten vor dem Ende der 66. Saison an diesem Sonntag eine erhöhte Zuschauerresonanz. „Das war eine erfolgreiche Spielzeit. Das einzige, was nicht geklappt hat, war das Wetter. Das hat uns etwas die Bilanz verhagelt“, sagte Wedel. Einige Vorführungen mussten wegen Regens und Gewitters abgebrochen oder abgesagt werden.

Bis Freitag kamen den Angaben zufolge 96.000 Zuschauer zu 154 Vorstellungen. Das entspricht einer Steigerung von 23 Prozent. „Das war das beste Besuchsergebnis der letzten zehn Jahre“, sagte Wedel. Allerdings wurden in dieser von sieben auf neun Wochen verlängerten Saison auch mehr Aufführungen angeboten. Im Vorjahr waren 88.000 Tickets verfügbar, in dieser Saison rund 117.000. Zur wirtschaftlichen Bilanz wurden am Freitag noch keine Angaben gemacht.

Das von Wedel inszenierte Drama „Hexenjagd“ war mit 90 Prozent Auslastung eines der beliebtesten Stücke. Stärker besucht war das Musical „My Fair Lady“, erstmals bei den Festspielen gezeigt, mit 99 Prozent Auslastung. Die schlechteste Auslastung hatte die Komödie „Der Kredit“ mit 38 Prozent. Auf dem Programm standen sieben Neuinszenierungen und zwei Wiederaufnahmen. (dpa)

Quelle: op-online.de

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