Hessen-Fremdenverkehr auf Rekordkurs

Offenbach lockt immer mehr Touristen

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Urlaubsflair am Offenbacher Schultheisweiher.

Offenbach/Wiesbaden - Sommer, Sonne, Strand, Mittelmeer ist out. Immer mehr Touristen zieht es nach Hessen. Diese Städte profitieren besonders von den Gästen.

So viele Übernachtungen wie noch nie haben hessische Hotels und Pensionen im ersten Halbjahr 2016 gezählt. Rund 15,5 Millionen waren es insgesamt zwischen Januar und Juni, wie das Statistische Landesamt heute in Wiesbaden mitteilte. Das ist ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Gäste stieg - und zwar um 1,4 Prozent auf rund 6,9 Millionen Die Statistik beinhaltet die Zahlen aller Beherbergungsbetriebe, die zehn oder mehr Betten beziehungsweise Campingstellplätze haben. Rund 5,1 Millionen Gäste stammten im ersten Halbjahr aus Deutschland und fast 1,8 Millionen aus dem Ausland. Nach Angaben der Statistiker ist das ein Zuwachs von 0,7 Prozent bei den Inlandsgästen. Die Zahl der ausländischen Gäste legte um 3,6 Prozent zu.

Grund für die steigenden Zahlen seien besonders im Rhein-Main-Gebiet die vielen Geschäftsreisenden, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes des Gastgewerbes Dehoga, Julius Wagner. Die Stadt Offenbach etwa erklärt das Plus vor allem mit Business- und Tagestouristen, die wegen der niedrigeren Preise auf Frankfurts Nachbarstadt ausweichen. Es gebe auch immer mehr Hotels, sagte Stadt-Sprecher Fabian El-Cheikh. Frankfurt führt den stetigen Zuwachs vor allem auf eine Reihe von Messen und größeren Veranstaltungen zurück. "Die Feiertage lagen auch günstig", sagt die Sprecherin der Tourismus und Congress GmbH, Ines Philipp. Der Auslandsmarkt wachse deutlich stärker als der Inlandsmarkt. Rund 8,5 Millionen Übernachtungen waren 2015 gezählt worden, bis 2020 sollen es zehn Millionen sein.

 Allerdings profitieren nicht alle hessischen Regionen und Betriebe von dem Aufwärtstrend. "Für die ländlichen Regionen ist es schwer, im Schatten der großen Destinationen zu bestehen", sagte Wagner. Potenzial gebe es noch im Vogelsberg, dem Werra-Meißner-Kreis und in der Wetterau. Dennoch würden es einige Regionen schaffen, fernab des "Speckgürtels" um Frankfurt viele Touristen anzulocken, sagte Wagner. Beliebte Urlaubsziele seien zum Beispiel der Rheingau, der vordere Taunus und das nordhessische Willingen. Willingen zählt etwa eine Million Übernachtungen pro Jahr. "In diesem Jahr ist es auf dem Niveau des Vorjahres, vielleicht etwas drüber", sagte Ernst Kesper vom Tourismusbüro. Der Winter mit vielen Skitagen sei gut verlaufen, auch das Frühjahr habe sich gut entwickelt. Der Juni sei wegen fehlender Feiertage und der Fußball-Weltmeisterschaft so schlecht gewesen wie erwartet, der Sommer dagegen habe bislang die Erwartungen erfüllt. Die Wintersportsaison fiel auf dem höchstem Berg des Landes, der Wasserkuppe in der Rhön, dagegen "mangelhaft" aus, wie Roland Frormann vom Rhön Info Zentrum in Gersfeld sagte.

Die Buchungen im Odenwald seien im Juli enorm gestiegen, auch im Mai und Juni habe es Zuwächse gegeben, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH, Hanne Holuscha, ohne genaue Zahlen zu nennen. "Viele Leute machen jetzt vielleicht doch in Deutschland Urlaub, weil das Leben überall auf der Welt so unsicher geworden ist." Das Wetter sei auch gut genug für Urlaub in Deutschland. "Man muss nicht wegfahren." dpa

Quelle: op-online.de

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