Farce von Michael Cooney

Ewig dreht sich das Flunkerkarussell

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Verwirrung vorprogrammiert: In „Und ewig rauschen die Gelder“ türmt Eric (Stefan Schneider, l.) eine Lüge auf die andere. Onkel George (Hans-Peter Deppe, Mitte) und Untermieter Norman (Jens Knospe) werden in das Schlamassel hineingezogen. - Foto: Seuffert

Frankfurt - Lügen haben kurze Beine, sagt ein altes Sprichwort. Eric Swan jedoch lebt mit seinen mehr als gut. Der gefeuerte Mitarbeiter der Stadtwerke kompensiert die fehlenden Einkünfte damit, dass er Geld von Ämtern bezieht. Von Maren Cornils

Um den Schein aufrecht zu halten, geht er jeden Morgen zu Arbeit. Ein angenehmes Leben eigentlich, würde nicht eines Tages ein engagierter Mitarbeiter des zuständigen Sozialamtes vor Swans Tür stehen und Auskunft verlangen. Damit gerät das Lügengerüst ins Wanken. „Cash“ heißt Michael Cooneys Farce im Original. Als „Und ewig rauschen die Gelder“ läuft das Stück unter Regie des Hausherren, Claus Helmer, jetzt in der Komödie Frankfurt. Stefan Schneider spielt Schlitzohr Eric, der es sich in seiner Lügenwelt eingerichtet hat. Mit dem nicht minder gewieften Onkel George (Hans-Peter Deppe) hat er einen gut laufenden Versandhandel für Sanitätshausartikel wie Stützkorsagen und Bruchbänder aufgebaut. Ehefrau Linda (Arzu Ermen) hat ebenso wenig Ahnung von den Machenschaften ihres Mannes wie Untermieter Norman (Jens Knospe).

Das Flunkerkarussell dreht sich immer schneller, denn um eine Lüge zu vertuschen, muss Eric stets eine neue hinzuerfinden. Und da George und Norman unfreiwillig mitmischen, verlieren irgendwann alle Beteiligten den Überblick. Sehr zur Freude der Besucher, die ein hinreißendes Durcheinander erleben: Tote stehen wieder auf, der Hausherr wird verdächtigt, Frauenkleider zu tragen und eine Affäre mit seinem Onkel zu haben, Taube können wieder hören und Sozialämter stellen nur unter Gewalt ihre Unterstützung ein.

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Eric alias Stefan Schneider wächst den Zuschauern ans Herz, weil er ungewollt in das Schlamassel hineingerutscht ist, und auch Tollpatsch Norman sorgt immer wieder für Erheiterung, weil seine gutgemeinten Lügen die Situation stets noch auswegloser machen. Als tolle Besetzung erweist sich Hans-Peter Deppe, der seinen großen Auftritt in langen Unterhosen hat und für einen Gag mehrmals von der Tür niedergestreckt wird. Dass die Zuschauer im Verlauf des Stücks den Überblick verlieren, tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Fazit: Beste Unterhaltung, mit der Michael Cooney, Sproß des großen Boulevard-Komödien-Schreibers Ray Cooney beweist: Dieses Genre hat noch lange nicht ausgedient!

„Und ewig rauschen die Gelder“ in der Komödie Frankfurt läuft bis zum 30. Oktober. Karten unter 069/284580.

Quelle: op-online.de

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